Alonso ist frei für Red Bull

Formel 1

Alonso ist frei für Red Bull

Nun ist es offiziell: Fernando Alonso (26) verlässt mit sofortiger Wirkung McLaren-Mercedes. Offen ist jetzt nur wohin. Fährt der Spanier 2008 für Red Bull?

Es wäre eine der größten Sensationen in der Formel-1-Geschichte: Alonso und Red Bull – was läuft da wirklich? Viel! Sehr viel!

ÖSTERREICH-Recherchen ergaben, dass der zweifache Weltmeister sogar selbst auf den österreichischen Rennstall zugekommen ist und nicht umgekehrt. Der Spanier wurde zuletzt immer wieder mit Red-Bull-Managern gesehen und hat die Performance der „Formel Austria“ in den letzten Saisonrennen genau unter die Lupe genommen. Und: Ist es tatsächlich nur ein Zufall, dass Bullen-Boss Didi Mateschitz ausgerechnet dieses Wochenende auf dem Weg in Alonsos spanische Heimat ist? Offiziell fliegt der Dosen-Milliardär zum letzten Motorrad-Grand-Prix der Saison nach Valencia.

Für Lauda vorstellbar
Aber sogar Niki Lauda könnte sich vorstellen, dass Alonso in der nächsten Formel-1-Saison (Start ist am 16. März 2008 in Melbourne) für Red Bull auf WM-Punktejagd geht. Der dreifache Weltmeister im Interview (siehe unten): „Ein doppelter Weltmeister ist vom Marketing-Standpunkt her für Red Bull sicher interessant.“

Zu den Fakten: Die Trennung von Alonso und dem Team McLaren-Mercedes ist nach nur einem Jahr und trotz eines Vertrages bis 2009 seit gestern besiegelt (Alonso kassierte hier 20 Millionen Euro Gage pro Jahr). Nach teaminternen Sticheleien mit seinem Kollegen Lewis Hamilton, einem Erpressungsversuch gegen Teamchef Ron Dennis und pikanten Aussagen in der Spionage-Affäre war für den Ex-Weltmeister der Ofen aus.

Schlimmste Saison
„Es ist kein Geheimnis, dass ich mich bei dem Rennstall nie zu Hause gefühlt habe“, kommentierte Alonso den vorzeitigen Bruch. Ansonsten verzichtete der heißblütige Mann aus Oviedo auf eine öffentliche Abrechnung. Über seinen Manager Luis Garcia Abad ließ er noch ausrichten, dass er jetzt einmal Urlaub machen müsse, um sich von der „schlimmsten Saison seiner Karriere“ erholen zu können.

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Die Entscheidung, wohin Alonso wechselt, soll innerhalb der nächsten vier Wochen fallen. Neben Red Bull sind noch Toyota, Williams, Renault und sogar Ferrari im Gespräch. Das Geld spielt nicht die Hauptrolle. Ein 40-Millionen-Euro-Angebot von Toyota hat der Ex-Weltmeister bereits ausgeschlagen. Und sein ehemaliges Team Renault, mit

Italiens Playboy und Alonso-Mentor Flavio Briatore („Empfangen ihn mit offenen Armen“) am Ruder, scheint keine Option mehr.

Brisante Auflage
Das dürfte mit jener Klausel zu tun haben, die Alonsos Ex-Boss Ron Dennis ihm auferlegt hat. Angeblich hat er ihn nur mit der Auflage ziehen lassen, dass er 2008 bei keinem Werksteam unterschreibt. Ein Insider: „Es ist doch klar, dass Dennis ihn nicht zu einem Topkonkurrenten lässt.“ Bleiben also die Pri­vatteams Red Bull, Toro Rosso und Williams über.

Pikantes Detail: Red Bull hat schon seit Ende der 90er Jahre ein Auge auf Alonso geworfen. Ex-Motocross-Weltmeister und Mateschitz-Intimus Heinz Kinigadner beobachtete das damals noch unbekannte Talent. Der Deal platzte, weil Alonso bei einer anderen Getränkefirma unter Vertrag war. Vielleicht klappt es ja dieses Mal. Übrigens: Kinigadner begleitet Mateschitz am Wochenende zum Moto-GP nach Valencia!