Österreich schafft freie Zellen für Hooligans

ÖSTERREICH exklusiv

Österreich schafft freie Zellen für Hooligans

ÖSTERREICH exklusiv: Nach dem Tod eines italienischen Lazio-Fans ist die Fußball-Gemeinde nervös. Am Freitag kommt der erste Test für die EURO 08.

Die kriegsähnlichen Zustände in Italien schockieren Österreich. Nachdem ein Fan von einem Polizisten erschossen wurde, kam es in Italiens Städten zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Sorge um die Sicherheit rund die Fußball-Europameisterschaft 2008 steigt enorm. Zuletzt gab es sogar Kritik an der Polizei, da die Randale etwa von Rapid- und Anderlecht-Fans im heurigen Jahr zu spät gestoppt worden sei. Innenministerium und Polizei verstärken ihre Vorbereitungen auf die EURO 2008.

"Sehr viel Krawall"
Insgesamt sollen bei der Europameisterschaft 27.000 Polizisten eingesetzt werden. Sie werden nicht jede Gewalttat verhindern können, sagt der Sicherheitsbeauftragte der Europameisterschaft Günther Marek: "Der gewaltbereite Teil liegt im Promillebereich. Doch auch diese paar hundert Leute können sehr viel Krawall verursachen."

Innenminister Günther Platter bereist derzeit die Teilnehmerländer, um von seinen Amtskollegen Informationen über Hooligans zu bekommen. So fährt er in Kürze nach Italien, um sich mit Innenminister Giuliano Amato abzusprechen.

Gewaltbereite Fans bereits an den Grenzen zurückweisen
Mit diesen Informationen werden Listen der gefährlichen Fans angefertigt. Marek: "Wir wollen sichergehen, dass Hooligans gar nicht aus ihrem Heimatland ausreisen dürfen. Wenn das aus rechtlichen Gründen nicht geht, wollen wir gewaltbereite Fans an der österreichischen Grenze zurückweisen."

Schulungen für Polizisten bilden den zweiten Schwerpunkt der Vorbereitungen. Die Einsatzeinheiten werden auf die psychologischen Besonderheiten der EURO-Matchs vorbereitet: "Sie lernen, wie eine Großveranstaltung abläuft und wie man reagiert, wenn etwas passiert.“

Gefängnisse leeren
Das Innenministerium rechnet mit zirka 70 Festnahmen pro Match. Aus diesem Grund wird in Gefängnissen der Austragungsstädte Platz gemacht. Die Insassen werden in Städte verlegt, in denen keine Spiele stattfinden.

Security-Test
Die Vorkehrungen für die Sicherheit müssen diesen Freitag in der Praxis bestehen. Zum Spiel Österreich-England kommen 4.600 teils amtsbekannte England-Fans. Empfangen werden diese von britischen Polizisten, die erstmals mit österreichische Kollegen kooperieren werden.(pom)