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Doping

Allen geht in die Offensive

Nach den Doping-Verdächtigungen geht Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen in die Offensive. Sie bringt Anzeige gegen Unbekannt ein.

Ihre Abschieds-Tournee hatte sich Allen anders vorgestellt. Im Höhentrainingslager in Davos wollte sich die 39-jährige Wahl-Tirolerin für die letzten großen Auftritte ihrer Karriere (EM in Holland, Weltcup in Kitzbühel am 4. bzw. 12. Juli) in Schuss bringen. Doch die jüngsten Doping-Attacken haben die gebürtige Australierin schwer aus der Bahn geworfen. „Wenn du fünf, sechs Stunden am Tag trainieren musst, dann hast du normalerweise keinen Kopf für etwas anderes“, sagt Allens Ehemann und Trainer Marcel Diechtler. Das muss sie jetzt aber.

Eidesstattliche Erklärung
Am Montag unterbrach die Triathlon-Lady ihr Höhencamp, um in Innsbruck eine eidesstattliche Erklärung abzugeben. Dabei ging’s ihr darum, den Vorwurf einer unbekannten Zeugin, sie sei bei der Wiener Blutplasmaspende-Station „Humanplasma“ gesehen worden, zu entkräften. Allen: „Das ist eine glatte Lüge. Ich war niemals bei der Firma Humanplasma in Wien.“

Anzeige
Nun legt Allens Anwalt Joachim Stock nach: „Wir erbringen Anzeige gegen Unbekannt.“ Humanplasma war im Zuge der Ermittlungen im Rahmen der Turiner Blutdoping-Affäre der ÖSV-Langläufer und -Biathleten erstmals in den Blickpunkt gerückt. Durch die Geständnisse des gefallenen Tour-de-France-Helden Bernhard Kohl geriet das Blut-Zentrum neuerlich in die Schlagzeilen.

Kohl gegen Hempel
Inzwischen sickern immer mehr Namen der von Kohl belasteten Athleten durch. Das Blutdopingpräparat EPO-CERA, das ihm bei der Tour de France schließlich zum Verhängnis wurde, hat Kohl nach eigenen Angaben von seinem ehemaligen Trainingskollegen Hannes Hempel erhalten.

Der ehemalige Radprofi, der sich in den vergangenen Jahren als Triathlet einen Namen gemacht hat, wurde auch von der des Dopings überführten Lisa Hütthaler schwer belastet, ehe er vor der SOKO Doping ein Geständnis ablegte. Das wiederrief der Kärntner allerdings jetzt. Hempel sei, so sein Anwalt Herwig Hasslacher, beim Verhör in einer psychischen Ausnahme-Situation gestanden. Hasslacher: „In der hätte er alles unterschrieben, was man ihm vorgelegt hätte.“