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Armstrong gleich 2 Mal gestürzt

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Schwarzer Tag für Lance Armstrong bei der Tour - Sieghoffnungen weg.

Lance Armstrong ist der große Verlierer der ersten schweren Alpenetappe der laufenden Tour de France. Der US-Superstar verlor am Sonntag nach zwei Stürzen und weiteren Zwischenfällen bei der Bergankunft in Morzine-Avoriaz fast zwölf Minuten. Der Rekord-Gewinner ist damit vorzeitig aus dem Rennen um seinen achten Gesamtsieg - 13:26 Minuten fehlen dem 38-Jährigen auf den neuen Spitzenreiter Cadel Evans.

Erster Etappensieg für Schleck
Seinen ersten Tour-Etappensieg holte sich der Luxemburger Andy Schleck. Der 25-Jährige, dessen Bruder Fränk Schleck bereits in der ersten Woche aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs hatte aufgeben müssen, triumphierte nach 189 km zur Skistation Avoriaz südlich des Genfer Sees vor Olympiasieger Samuel Sanchez aus Spanien. Die Gruppe der Topfavoriten um Evans und Titelverteidiger Alberto Contador kam zehn Sekunden dahinter ins Ziel.

Evans in Gelb
In der Gesamtwertung führt Weltmeister Evans, der das Gelbe Trikot vom weit zurückgefallenen Franzosen Sylvain Chavanel übernahm, nun 20 Sekunden vor Schleck und 1:01 Minuten vor Contador, der auf dem 13,6 km langen Schlussanstieg von einer Attacke abgesehen hatte. Stattdessen zog Schleck das Tempo zwei Kilometer vor dem Ziel an - lediglich Sanchez konnte folgen. "Ich habe mich sehr gut gefühlt, dieser Sieg gibt mir Selbstvertrauen", sagte der Gesamtzweite des Vorjahres.

Schwarzer Tag für Armstrong
Armstrong dagegen war vom Pech verfolgt. "Meine Tour ist vorbei, auch wenn ich bleibe. Das war heute ein rabenschwarzer Tag für mich", gestand der US-Amerikaner, der bereits nach sechs Kilometern erstmals neben der Straße war. 50 Kilometer vor dem Ziel erwischte es Armstrong in einem Kreisverkehr, der siebenfache Tour-Sieger trug Abschürfungen an Schulter, Ellbogen und Knie davon. Sein Trikot war zudem am Rücken aufgerissen.

"Ich habe mich am Anfang stark gefühlt, aber nach dem Sturz bin ich müde geworden, und der vorletzte Anstieg hat mir den Rest gegeben. Aber ich beklage mich nicht und versuche weiter, Freude zu haben", sagte Armstrong, der sich in einer Gruppe mit Chavanel ins Ziel geschleppt hatte. Die Österreicher lagen noch weiter zurück. Der Tiroler Thomas Rohregger verlor als 86. und bester 26:32 Minuten und liegt in der Gesamtwertung auf Rang 76.

Auch der neue Leader Evans war in den ersten Sturz verwickelt gewesen. Der Ex-Mountainbiker, der 2001 und 2004 auch zweimal die Österreich-Rundfahrt gewonnen hatte, verletzte sich zwar an Hand und Schulter, biss sich aber durch. Neben Schleck und Contador ist der 33-Jährige nun einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf den Gesamtsieg. "Wir sind in einer guten Ausgangsposition", erinnerte Andy Schleck. "Auch wenn mir Fränk natürlich fehlt."

2006 hatte der US-Amerikaner Floyd Landis unter Doping-Mithilfe in Morzine-Avoriaz einen schier unglaublichen Solosieg hingelegt, ehe er positiv auf Testosteron getestet worden war. Vier Jahre später hatte der gefallene Landis auch Landsmann Armstrong des Dopings beschuldigt, dieser hat aber bereits mehrfach alle Vorwürfe zurückgewiesen. Am Montag hat Armstrong am ersten Ruhetag Zeit zur Erholung, am Dienstag folgt eine weitere Bergetappe - unter anderem über den 2.000 m hohen Col de la Madeleine.

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