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Babsi Schwartz hört auf

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Der unendliche Leidensweg der Babsi Schwartz ist zu Ende. Die Niederösterreicherin erklärte ihren Rücktritt.

Mit Barbara Schwartz (27) hat am Donnerstag eine der leidgeprüftesten Tennisspielerinnen aus Österreich ihren Rücktritt erklärt. Die seit 1995 als Profi durch die Welt tourende Niederösterreicherin aus Brunn am Gebirge hat während ihrer Karriere so viele Verletzungen hinnehmen müssen, dass sie praktisch keine einzige Saison durchspielen konnte. Dennoch schaffte es Schwartz im November 1999 bis auf Platz 40 der Einzel-Weltrangliste. Jetzt ist aber endgültig Schluss.

Verletzungen behielten die Oberhand
Barbara Schwartz wird als eine der nettesten und einsatzfreudigsten ÖTV-Spielerinnen in Erinnerung bleiben. Kämpfen bis zur Selbstaufgabe war nicht nur auf dem Platz stets ihr Motto gewesen. Insgesamt sieben Operationen, je dreimal an Handgelenk bzw. Ellbogen sowie zuletzt massive Beschwerden mit der Achillessehne hatten immer wieder zu Karriere-Unterbrechungen geführt. Nachdem auch das letzte Comeback im vergangenen April keinen Erfolg brachte, erklärte Schwartz am Donnerstag das Ende ihrer Profi-Laufbahn.

Einer Laufbahn, in der Schwartz ohne Verletzungen viel weiter kommen hätte können. Es bleiben immerhin zwei Doppel-Titel (Brüssel 2002 und Bogota 2004) sowie insgesamt fünf Viertelfinali im Einzel, darunter eines bei den French Open 1999 und rund eine halbe Million Dollar Preisgeld.

Höhepunkt Fed-Cup
Zu den schönsten Erfolgen zählt Schwartz, die seinerzeit zusammen mit Barbara Paulus und Barbara Schett das legendäre und höchst erfolgreiche "Babsi-Trio" aus Österreich gebildet hatte und trotz aller Rückschläge nie "schwartz" sah, den Sieg über die damalige Weltranglisten-Sechste Monica Seles im Fed-Cup-Auswärtsmatch gegen die USA 2002.

Abschieds-Mail
Schwartz beendete ihre Karriere ohne großartiges Tam-Tam sondern per email an die Sport-Redaktionen und mit Danksagungen an alle Menschen, die ihr stets beigestanden waren. "Als ich mit fünf Jahren in Brunn mit dem Tennis spielen begonnen habe, hätte ich mir nie gedacht, dass ich einmal auf Position 40 in der Einzel-Weltrangliste stehen werde, Grand-Slam-Turniere spielen darf, gegen Spielerinnen wie Venus Williams, Monica Seles Erfolge feiern kann und mein eigenes Land beim Fed Cup vertreten darf", schrieb Schwartz.

"Kann nicht mehr 100 Prozent geben"
Die Niederösterreicherin erklärte ihre Entscheidung so: "Leider musste ich im Verlauf der letzten Wochen und Monate feststellen, dass es mir nicht mehr möglich ist, weiterhin die nötigen 100 Prozent, die ein Profi für seine Arbeit braucht, zu geben. Und 90 Prozent sind nach meiner Einstellung um vieles zu wenig. Meine Entscheidung fällt mir sehr schwer, denn das Tennis hat mir sehr viel gegeben. Ich hoffe, dass ich zumindest einen kleinen Teil zurückgeben konnte."

Schwartz wird dem Tennis-Sport aber erhalten bleiben. Die Trainerausbildung und ein Sportmanagement-Studium sind Garanten dafür.

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