Es war DER rot-weiß-rote Gänsehaut-Moment am gestrigen Sport-Abend: Nach dem 34:33-Sieg und der erfolgreichen EM-Qualifikation ließen unsere Handballer Teamchef Alex Pajovic zum Abschied hochleben.
Die ÖHB-Truppe gewann zum Abschluss der Qualifikation in Graz gegen die Schweiz mit 34:33 (16:15) und fixierte damit in Gruppe 7 den zweiten Platz hinter Deutschland. Für Pajovic war es nach sechs Jahren die letzte Partie als Cheftrainer von Lukas Hutecek und Co.
Österreich fand mit dem Heimpublikum im Rücken im vollen Sportpark gut in die Partie und führte nach fünf Minuten mit 4:1. Durch Zeitstrafen gegen Lukas Herburger und Janko Bozovic blieben die kampfstarken Schweizer im Spiel, das Team von Coach Andy Schmid schaffte bei 9:9 den Ausgleich. Angetrieben vom 39-jährigen Bozovic, der sichtlich in Wurflaune war, erarbeiteten sich die Gastgeber aber immer wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung. In die Pause ging es mit 16:15.
In die zweite Hälfte startete das ÖHB-Team mit zwei Stangenschüssen, wodurch die Eidgenossen erstmals in der Partie in Führung gingen und diese auf 18:16 ausbauten. Rot-Weiß-Rot konterte und spielte sich kurzzeitig in einen Rausch: Sechs Tore in Serie sowie erstmals ein Vier-Tore-Vorsprung (22:18) nach 40 Minuten waren die Folge.
Im Finish zogen die Österreicher auf 33:28 davon und verteidigten die Führung, mehr als der Anschlusstreffer in der Schlusssekunde gelang den Eidgenossen nicht mehr. Nach dem 29:29 im vergangenen November in der Schweiz fuhr man zur Freude von Pajovic dank einer kämpferischen Leistung einen verdienten Sieg ein. Beste Torschützen waren Bozovic mit neun und Sebastian Frimmel mit sieben Treffern.
Gänsehaut-Abschied
Gänsehaut-Momente: Nach dem Sieg bekam "Pajo" einen stimmungsvollen Abschied von den Fans in der Halle und den Spielern, die es mit ihrem beliebten Trainer bis in die Nacht krachen ließen. "Ich brauche das, nur wegen diesen Momenten mache ich diesen Job", meinte ein sichtlich gerührter mittlerweile Ex-Teamchef. "Wir haben was bewegt in Österreich, aber um dieses Team mache ich mir auch in Zukunft keine Sorgen."
Das ÖHB-Team schaffte damit auch ohne seinen verletzten Kapitän Mykola Bilyk die Qualifikation für die EM und damit für das achte Großereignis seit 2018. Bei der EM vom 15. Jänner bis 1. Februar 2026 in Skandinavien wird dann Iker Romero an der Seitenlinie stehen, während der Slowene ab Sommer für den deutschen Spitzenclub Flensburg-Handewitt arbeitet. Die sechs Jahre unter Pajovic bleiben als höchst erfolgreich in Erinnerung. Drei EM- und zwei WM-Teilnahmen sowie die historischen achten Plätze bei den kontinentalen Endrunden 2020 und 2022 fallen in die Ägide des 46-Jährigen.