Paszeks "Jahr zum Vergessen"

Out in Linz

Paszeks "Jahr zum Vergessen"

Mit dem frühen Aus in Linz ist auch Tamira Paszeks Saison frühzeitig zu Ende gegangen. Die 17-Jährige will aus dem heurigen Seuchenjahr lernen.

Österreichs derzeit größtes Tennis-Talent ist heuer ins Straucheln geraten. Doch Tamira Paszek, die am 6. Dezember erst 18 Jahre jung wird, will das durchwachsene Jahr 2008 so schnell wie möglich vergessen, sich jetzt zwei Wochen erholen und dann den Aufbau für ihre erste volle Saison ohne Limitierung der Turnieranzahl beginnen. Das Erstrunden-Aus beim Generali Ladies in Linz vom Mittwochabend war irgendwie ein Spiegelbild eines aus vielen Gründen verpatzten Jahres.

"Fix und fertig"
Kraft- und energielos ist Paszek nach einer anstrengenden Saison, erzählte sie nach ihrem Aus. "Wenn man ein halbes Jahr daheim sitzt und nicht wirklich viel arbeitet, dann muss man das nächste halbe Jahr umso mehr machen. Das spüre ich jetzt auch körperlich, ich bin einfach fix und fertig", gestand die 17-jährige Vorarlbergerin nach der glatten 3:6,3:6 gegen die noch kaum bekannte Tschechin Petra Kvitova.

Krank
Mit einem guten Abschneiden beim letzten Turnier des Jahres wollte Paszek die Saison beenden, doch daraus wurde nichts. Natürlich war auch die Vorbereitung mit Angina nicht optimal. "Ich habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt, habe nach fünf Bällen keine Luft mehr gekriegt, und zuvor eineinhalb Monate keine Matches mehr gespielt. Ich bin mir ein bisserl verloren vorgekommen auf dem Platz", sagte die Dornbirnerin. Da half auch der Heimvorteil nichts.

Aus Niederlagen lernen
2008 will sie nun abhaken, doch umgekehrt auch das Gelernte mitnehmen. "Es gehört auch zu meiner Karriere dazu. Ich habe Entscheidungen treffen müssen, dass war in meinem Alter sehr schwer. Aber es hat mich reifer werden lassen", erklärte Paszek. "Gott sei Dank ist es jetzt passiert und nicht mit 27, so habe ich früher dazugelernt. Ich hoffe, dass ich 2009 frei im Kopf Tennis spielen kann." Aus diesem Jahr will sie nur das Viertelfinale von Montreal (nach Sieg über Ana Ivanovic) und das Endspiel von Bali in Erinnerung behalten. Schließlich haben ihr diese Erfolge auch das Ranking gerettet.

Familie wichtig
Noch nicht sicher ist, wo sie sich nach den zwei Wochen Urlaub vorbereiten wird. Entweder sie fliegt Anfang November nach Brasilien oder Larri Passos schickt einen seiner Trainer nach Vorarlberg. Den Dezember würde sie allerdings schon gerne in Österreich verbringen. "Na ja, mein 18. Geburtstag, Weihnachten - da wäre ich schon lieber daheim. Letztes Jahr war ich Weihnachten nicht da, das hat mir das Herz gebrochen ohne Familie." Es sei schon etwas anderes, wenn man in Auckland mit einem kleinen Plastik-Christbaum im Zimmer ohne seine Familie feiern müsse.

Programm für 2009
Der Einstieg ins Jahr 2009, das für die weitere Karriere des Teenagers sicher ein entscheidendes wird, soll in Brisbane oder Auckland erfolgen. Danach unter Umständen Sydney oder eben direkt die Australian Open in Melbourne. Beim Fed Cup für Österreich in Estland ist Paszek dabei. "Der Fed Cup ist definitiv eingeplant, sofern ich gesund bin."

Ranking-Ziele hat sich die derzeitige Nummer 64 nicht gesetzt. "Das ist momentan Nebensache. Ich möchte 15 Matches in drei Wochen spielen können und einen Rhythmus bekommen. Nächstes Jahr ist meine erste volle Saison, ich will mehr spielen als dieses Jahr." 20 bis 23 Turniere möchte "Mimi" im Einsatz sein. Bis auf ein paar Turniere hat sie auch wenig Punkte zu verteidigen.

Rückkehr auf die Schulbank
Ein weiteres Ziel, neben dem Führerschein im Dezember, ist auch wieder die Rückkehr in eine Schule, unter Umständen in Brasilien. "Das hat mir immer geholfen. Es ist ein geregelter Alltag, man sieht andere haben auch Probleme. Da gibt es dann nicht nur Tennis und Bälle longline und cross schlagen."