Scharapowa holt ersten Paris-Triumph

French Open

Scharapowa holt ersten Paris-Triumph

Russin fegt Italienerin Errani in 89 Minuten vom Platz.

Sie sank auf die Knie, vergrub ihr Gesicht in den Händen und hüpfte im Anschluss vor Freude auf dem Court Philippe Chatrier: Maria Scharapowa hat vier Jahre nach ihrem bisher letzten Major-Sieg bei den Australian Open am Samstag in Paris erstmals auch die French Open gewonnen. Die 25-jährige Russin bestätigte mit einem glatten 6:3,6:2-Erfolg über Überraschungsfinalistin Sara Errani ihren bereits mit dem Halbfinale wieder erlangten Nummer-1-Status.

Karriere-Grand-Slam
Mit ihrem ersten Grand-Slam-Titel in Roland Garros hat sich die weltweit bestverdienende Sportlerin nicht nur weitere 1,25 Mio. Euro Preisgeld gutschreiben lassen dürfen: Sie hat als insgesamt zehnte Spielerin nach ihren Erfolgen in Wimbledon (2004), bei den US Open (2006) und den Australian Open (2008) mit ihrem vierten Major-Titel auch den Karriere-Grand-Slam perfekt gemacht.

Höhepunkt
Als Scharapowa aus den Händen der dreifachen French-Open-Siegerin Monica Seles die Siegestrophäe erhielt, war sie sich wohl endgültig ihres bisherigen Karriere-Höhepunkts bewusst. Auch wenn die 1,88 m große, in Florida lebende Russin schon einmal Nummer 1 der Welt gewesen ist, so ist die Rückkehr auf den Tennis-Thron nach einer langwierigen Schulterverletzung, die sie bis auf Platz 126 im Ranking hatte zurückfallen lassen, wohl noch mehr wert. Der Triumph nun auch noch auf dem Sand von Roland Garros hat die Bedeutung Scharapowas für diesen Sport eine Stufe höher gehoben.


"Ich bin sprachlos. Es war solch eine Reise, um bis auf diese Bühne zu kommen", sagte eine sichtlich gerührte Scharapowa, nachdem sie sich durchaus talentiert auch auf Französisch beim Pariser Publikum bedankt hatte. Sie dankte ihrem gesamten Team und ihren Eltern: "Sie sind mein Felsen, die mir durch all die schweren Zeiten geholfen haben." Freilich lobte sie auch die ihr unterlegene Finalistin, die sich trotz des glatten Ergebnisses doch sehr gewehrt hatte.

Errani chancenlos
Errani, die gerade zehn Tage jünger ist als Scharapowa, stand erst als zweite Italienerin in einem Grand-Slam-Finale (nach Francesca Schiavone 2010 und 2011 in Paris). Die dreifache Turniersiegerin auf Sand agiert taktisch klug und hatte immerhin auf dem Weg ins sensationelle Finale auch zwei frühere Paris-Siegerinnen (Ana Ivanovic und Swetlana Kusnezowa), die deutsche Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber und US-Open-Gewinnerin Samantha Stosur ausgeschaltet.

Im Endspiel war sie gegen Scharapowas brachiale Grundschläge letztlich aber machtlos. Scharapowa hatte schon nach 15 Minuten auf 4:0 gestellt. Die Kämpfernatur Errani, 24 Zentimeter kleiner als 1,88-m-Athletin Scharapowa, kann sich mit ihrem mit Abstand fettesten Karriere-Preisgeldscheck über 625.000 Euro sowie dem Doppel-Titel trösten. Zudem klettert sie von Platz 24 auf zehn und wird die neue italienische Nummer eins. "Das ist unglaublich für mich", sagte sie nach der ersten Enttäuschung.

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