Was für eine epische Schlammschlacht in den Bergen! Rad-Star Felix Gall verteidigt auf der brutalen Königsetappe des Giro d'Italia mit Platz vier seinen sensationellen zweiten Gesamtrang.
Der Osttiroler Felix Gall hat am Freitag auf der brutalen Königsetappe der Italien-Rundfahrt ein dickes Ausrufezeichen gesetzt (Samstag, 12:45 Uhr/live Eurosport). Nach extrem harten 151 Kilometern von Feltre zur giftigen Bergankunft nach Alleghe rollte der 28-jährige Leader vom Team Decathlon als großartiger Vierter über den Zielstrich. Nach der epischen Schinderei über rund 4.800 Höhenmeter kam der Österreicher sogar unmittelbar vor dem dänischen Gesamtführenden Jonas Vingegaard im Ziel an.
Kuss siegt auf eigene Faust in den Dolomiten
Den Tagessieg in den Dolomiten sicherte sich Vingegaards US-amerikanischer Teamkollege Sepp Kuss. Der Edelhelfer durfte an diesem Tag ausnahmsweise auf eigene Faust fahren und nutzte seine Freiheit eiskalt aus. Kuss ging 2,2 Kilometer vor dem Ziel am brutalen Schlussanstieg hinauf zum Piani di Pezze entscheidend am bis dahin führenden Italiener Giulio Ciccone vorbei. Er siegte am Ende mit 39 Sekunden Vorsprung auf Gall. Die Plätze zwei und drei gingen an das Lidl-Duo Derek Gee-West (Kanada) und Ciccone.
Frecher Gall-Spruch gegen Leader Vingegaard
Ich habe in der Früh eine Spannung verspürt, aber das ist ein gutes Zeichen, erklärte ein glücklicher Felix Gall nach der Zieldurchfahrt. Dass er sogar vor Top-Favorit Vingegaard ins Ziel kam, wollte der von zahlreichen rot-weiß-roten Landsleuten angefeuerte Osttiroler aber nicht überbewerten. Gall schoss stattdessen einen extrem coolen und frechen Spruch in Richtung des Führenden ab: Er ist schon mit Gedanken bei der Tour de France oder im Sommerurlaub.
Mühlberger kämpft sich durch die Bergwelt
Galls treuer Edelhelfer Gregor Mühlberger zeigte ebenfalls eine starke und kämpferische Leistung. Der Oberösterreicher erreichte auf der brutalen Etappe den guten 17. Tagesrang. In der Gesamtwertung büßte Mühlberger dadurch zwar zwei Plätze ein, liegt vor dem absoluten Showdown des traditionsreichen Etappenrennens aber auf genau diesem beachtlichen 17. Platz im Klassement.
Australier Hindley neuer Jäger von Gall
In der Gesamtwertung liegt Felix Gall weiterhin auf dem sensationellen zweiten Platz, exakt 4:03 Minuten hinter Leader Vingegaard. Allerdings gibt es hinter dem Österreicher einen neuen Jäger. Der Australier Jai Hindley stürmte als Tagessechster auf den dritten Gesamtrang nach vorne und verdrängte den Niederländer Thymen Arensmann auf Platz vier. Gall liegt vor den finalen Abschnitten nun komfortable 1:01 Minuten vor Hindley.
Großer Showdown im Skiort Piancavallo
Am Samstag wartet auf den Osttiroler und das restliche Feld direkt die nächste schwere Bergetappe mit der Ankunft im Skiort Piancavallo. Am Sonntag endet die 109. Ausgabe der Italien-Rundfahrt schließlich mit einem flachen Rundkurs für die Sprinter in Rom. Es ist also gut möglich, dass sich an den historischen Top drei rund um Felix Gall bis zum großen Finale in der italienischen Hauptstadt überhaupt nichts mehr ändern wird.