Atlanta Braves holen erste World Series seit 26 Jahren

4. MLB-Titel

Atlanta Braves holen erste World Series seit 26 Jahren

Braves beendeten in MLB 26 Jahre währende Durststrecke  

Die Atlanta Braves haben die World Series in der Major League Baseball gegen die Houston Astros gewonnen. Mit einem 7:0 am Dienstagabend in Houston entschieden sie die "Best-of-seven"Finalserie mit 4:2 für sich und feierten den vierten MLB-Titel ihrer Geschichte. Zuletzt hatten sie die World Series 1995 gewonnen.

Jorge Soler, der als wertvollster Spieler der Final-Serie ausgezeichnet wurde, hatte die als Außenseiter in die World Series gestarteten Braves mit einem Monster Homerun bei dem er den Ball aus dem Stadion schlug im dritten Inning 3:0 in Führung gebracht. Jeder seiner drei in der Finalserie erzielten Homeruns brachte sein Team jeweils in Führung. Ein Kunststück, das vor ihm nur fünf andere Spieler in der über 100 jährigen Geschichte der World Series gelang – darunter Baseballlegenden wie Babe Ruth (1926) oder Lou Gehrig (1928). 

Drei weitere Punkte im fünften Inning waren die Vorentscheidung in der Begegnung, die zu einem unerwarteten Debakel für die Gastgeber geriet. Während Houston insgesamt acht Werfer einsetzen musste, konnte sich Atlanta auf ihren Starting Pitcher verlassen. Max Fried hatte zwar im Auftaktinning eine Schrecksekunde zu überstehen als ihm Astros Left Fielder Michael Brantley bei einem knappen Play an der First Base auf den Knöchel gestiegen war. Unbeeindruckt davon warf er sechs Innings – so lange wie kein anderer Starting Pitcher in dieser Serie – und musste bei sechs Strikeouts keinen einzigen Walk oder Run hinnehmen. 

"Das ist es"

"Ich habe keine Worte. Das ist es. Das ist alles, für das du gearbeitet hast. Wir sind Weltmeister. Das hört sich großartig an", sagte Freddie Freeman, der seit zwölf Jahren für die Braves spielt und das Gesicht der Mannschaft ist. "Wir hatten in diesem Jahr Verletzungen, haben jedes Schlagloch mitgenommen, das ging, und jetzt sind wir Weltmeister. Das ist überragend.". Er war es auch der mit einem Homerun den finalen siebenten Run erzielte sowie als krönenden Abschluss in Kombination mit Dansby Swanson (der ebenfalls einen Homerun beisteuerte) das meisterschaftsentscheidende Out machte.

Noch am Sonntag hatten die Braves arg gelitten, als sie in ihrem letzten Heimspiel schon alles hätten perfekt machen und vor den eigenen Fans hätten feiern können. Es ging auch gut los mit einer 4:0-Führung im ersten Inning. Doch dem Heimteam rutschte der Vorsprung aus den Händen und am Ende stand ein bitteres 5:9.

Der Vorteil eines Heimspiels brachte den Astros nun aber ebenso wenig wie schon zum Start in die World Series, als die Braves mit einem 6:2 in Houston für eine Überraschung gesorgt hatten.

Das Team aus Texas muss nun trotz der dritten World-Series-Teilnahme binnen fünf Jahren weiter auf den zweiten Titel warten. Den ersten gab es 2017 - und der ist arg umstritten. Trotz eines nachgewiesenen Betrugs - die Astros spionierten die Signale der Gegner aus und verschafften sich so auch in der Final-Serie gegen die Los Angeles Dodgers einen Vorteil - durften sie die Meisterschaft zwar behalten. Bei gegnerischen Fans aber sind die Astros seither extrem unbeliebt und Mülleimer ein oft genutztes Zeichen der Ablehnung. Mülleimer deswegen, weil die Astros durch Klopfzeichen auf einen Mülleimer die Informationen der Spionage übermittelten. Die meisten Fans der anderen Teams waren in der World Series deswegen für die Braves.

Streng genommen ist es erst die zweite Meisterschaft für die Atlanta Braves - beim Titel 1957 war Milwaukee die Heimat des Teams, 1914 waren die Braves in Boston zu Hause. Doch all das spielte am Dienstag in Houston und bei den Fans zu Hause in Atlanta - dort sind die Astros schließlich auch bereits seit 1966 verwurzelt - keine Rolle.