Thomas Schaffer

Österreichs NFL-Hoffnung

Thomas Schaffer will als Underdog überraschen

Von 30. April bis 2. Mai steigt der NFL-Draft in Cleveland - erstmals kann es ein Österreicher auf diesem Weg in die beste Football-Liga der Welt zu schaffen.

2,03 Meter groß, 136 Kilogramm schwer - Thomas Schaffer ist ein wahrer Koloss. Der Defensive End, der im vergangenen Jahr der Top-Verteidiger der Stanford-Universität (3 Sacks, 15 Tackles) war, kann sich berechtige Hoffnungen machen als erster Österreicher im NFL-Draft gewählt zu werden.

Beim "Pro-Day" seiner Universität konnte er allerdings den Scouts der NFL-Teams nicht sein ganzes Können beweisen. Aufgrund einer Knie-Verletzung musste er die Sprint-Übungen auslassen. Dafür überzeugte er beim Bankdrücken mit 23 Wiederholungen.

Schaffer mag die Rolle als Underdog

Dennoch wird er als Außenseiter in den späteren Draft-Runden gehandelt. Eine Rolle, die der 24-Jährige Wiener nur zu gut kennt: "Ich fühle mich als Underdog, das ist aber nicht unbedingt schlecht. Ich war immer der jüngste in meiner Mannschaft. Ganz gleich ob es im Österreichischen Nationalteam oder in der Meisterschaft. Die Underdog-Mentalität ist etwas, das mich motiviert", sagte er im US-Portal Draft Diamonds.

Der Verteidiger schickt auch an alle, die ihn unterschätzen eine Botschaft: "Ich bin hart im nehmen. Für jedes Unglück, dass mir im Leben wiederfahren ist habe ich eine Lösung gefunden und überstanden."

Weitere Österreicher hoffen auf NFL-Ticket

Doch nicht nur Schaffer könnte nächstes Jahr in der NFL auflaufen. Mit Tight End Bernhard Seikovits und Defensive End Leo Misangumuki absolvierten zwei Spieler der Vienna Vikings in den letzten Wochen das Trainings-Camp des International Pathway Programmes. Ein Förder-Programm um ausländischen Talenten eine Chance auf den großen Traum der NFL zu ermöglichen ohne ein US-College zu besuchen. Nach dem Zufallprinzip wird eine der acht Divisionen ausgewählt, die einen zusätzlichen Platz im Kader, der eigens für den gewählten Spieler frei gehalten wird. 

Auf diesem Weg schaffte es der Tiroler Sandro Platzgummer im Vorjahr zu den New York Giants. Er durfte im ersten Jahr zwar nicht eingesetzt werden, hat aber bei den Trainingscamps im Sommer die Chance sich für einen Platz im Kader zu beweisen. Selbst wenn das Team aus dem Big Apple dann auf seine Dienste verzichten sollte, kann Platzgummer sich bei einem der anderen 31 Mannschaften für einen Vertrag bewerben.