Für Österreichs junge Eishockey-Truppe geht's am Mittwoch zur WM in die Schweiz, wo am Samstag gleich das erste Schlüsselspiel ansteht.
Mit dem Selbstvertrauen von zuletzt zwei starken WM-Turnieren, aber ohne die meisten Top-Spieler geht unser Nationalteam in die am Freitag beginnende Weltmeisterschaft in der Schweiz. Der Klassenerhalt ist das oberste Ziel, die Schlüsselspiele dafür steigen gleich am ersten WM-Wochenende. Nach dem Doppel gegen Aufsteiger Großbritannien am Samstag (12.20 Uhr) und Ungarn am Sonntag (16.20 Uhr) in Zürich will man sich höheren Zielen widmen.
Viertelfinal-Sensation 2025
Platz zehn in Prag 2024 und der sensationelle erste Viertelfinaleinzug nach 31 Jahren im vergangenen Jahr in Stockholm haben an der Ausgangsposition nichts geändert. "Wir wissen, dass die Erwartungshaltung gestiegen ist, aber wir wissen auch, wo wir herkommen", so Teamchef Roger Bader. Zur Erinnerung: Vor vier Jahren haben die Österreicher den Klassenerhalt im abschließenden Spiel gegen Großbritannien erst dank eines Comebacks im Schlussdrittel geschafft, vor drei Jahren gegen Ungarn erst im Penaltyschießen. Bader beschreibt die Herangehensweise daher als "rollende Zielsetzung. Der Klassenerhalt ist immer noch das erste Ziel. Wenn wir das erreicht haben, hoffentlich möglichst früh, dann streben wir das nächste Ziel an."
Mit zwei Siegen zum Start wäre die erste Etappe praktisch geschafft. Danach folgt in der Gruppe A, die in der 12.000 Zuschauer fassenden Swiss Life Arena in Zürich gespielt wird, Lettland, das man in Stockholm im Duell um den Viertelfinalaufstieg mit 6:1 deklassiert hat, ehe es gegen Gastgeber und Vizeweltmeister Schweiz, Deutschland, Finnland und Titelverteidiger USA geht.
In 2. WM-Woche geht's gegen Top-Teams
Gegen die Top-Teams ist die ÖEHV-Auswahl klarer Außenseiter, in den vergangenen vier Jahren gelangen aber immer wieder Sensationen. Bader: "Das hat schon was gemacht mit der Mannschaft. Wir haben gemerkt, dass wir auch gegen solche Nationen nicht chancenlos sind, wenn wir ein nahezu perfektes Spiel spielen. Das hat Selbstvertrauen gebracht. Wir sind in der Lage, in jedem Spiel kompetitiv zu sein."
Das soll sich auch durch die vielen hochkarätigen Ausfälle in diesem Jahr nicht ändern. Die NHL-Stürmer Marco Rossi und Marco Kasper fehlen ebenso wie Schweiz-Legionär Benjamin Baumgartner, ICE-Champion und Liga-MVP Lukas Haudum, Kapitän Thomas Raffl und Oliver Achermann. Damit sind alle vier Center des Vorjahres diesmal nicht dabei. Bader: "Auch wenn es nett ist, NHL-Spieler zu haben, unsere Stärke ist das Kollektiv. Darauf ist unser Spielstil aufgebaut, wenn das passt, können einzelne Spieler brillieren."
Für Teamchef Bader ist es eine Heim-WM
Die vielen Ausfälle eröffnen anderen Spielern die Chance. Während alle Torhüter und Verteidiger schon WM-Erfahrung haben, sind fünf Stürmer erstmals bei einem WM-Turnier dabei, darunter Leon Kolarik von den Peterborough Petes aus der kanadischen Juniorenliga. Der 18-Jährige kann im Hinblick auf den kommenden NHL-Draft auf der großen Bühne Werbung in eigener Sache machen.
Für Bader ist es bereits seine achte WM an der rot-weiß-roten Bande, die siebente A-WM - und dennoch eine spezielle, ist es doch für ihn ein Heimturnier. Der 61-jährige Schweizer hat bei Clubs beider WM-Spielorte (Zürich und Fribourg) gearbeitet, kommt aus Zürich und wohnt fünf Autominuten vom Hotel der Österreicher entfernt. Dennoch wird er sich mit der Mannschaft im Hotel einquartieren: "Ich werde überhaupt nichts anders machen als in Stockholm oder Prag. Auch immer wenn wir gegen die Schweiz spielen, gelingt es mir hoffentlich, das komplett auszublenden."