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Nordische WM

Österreicherin Favoritin bei Damen-Skisprung-Premiere

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Erstmals gehen bei der WM in Liberec auch die Damen über den Bakken. Unter den Sieganwärterinnen ist auch eine Österreicherin.

Erstmals in der Geschichte von Nordischen Weltmeisterschaften werden am Freitag (10:30 Uhr) auch Damen im Skispringen um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Es ist sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte dieses Sports und mit Daniela Iraschko hat der bei den Herren so erfolgreiche Österreichische Skiverband auch gleich von Beginn weg eine echte Medaillenanwärterin. Die 25-jährige Steirerin, auch begeisterte Fußballerin, zählt sich jedenfalls selbst zum Favoritenkreis.

Zuletzt siegreich
"Ein bisserl eine Favoritenrolle habe ich wahrscheinlich doch durch die letzten beiden Siege", meinte Iraschko in der Teamunterkunft des ÖSV im etwa 15 km von Liberec entfernten Jablonec. Iraschko ist ja mit einem Doppelsieg im Kontinentalcup am vergangenen Wochenende in Notodden (Norwegen) im Gepäck an den WM-Schauplatz gekommen.

Traum geht in Erfüllung
Für die Eisenerzerin erfüllt sich mit der Aufnahme des Damen-Skispringens in das WM-Programm ein lang gehegter Traum. "Es ist ein Moment, auf den ich mich schon viele Jahre gefreut habe, den ich miterleben wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich springen kann, nicht verletzt bin und auch noch in einer guten Form bin", sagte die quirlige Steirerin, die mit buntem Haar und extrovertierter Art auffällt.

Langlaufen "zu langweilig"
Der Weg zu WM-Ehren war für Iraschko freilich ein langwieriger. Sie wollte immer schon Skispringen, hat aber zunächst auf ihre Eltern gehört und stattdessen mit dem Langlaufen begonnen. Im zweiten Jahr der Sporthauptschule setzte sie ihren Wunsch aber durch. "Langlaufen war mir dann irgendwie zu langweilig nach einem Jahr."

Belächelt worden sei sie nie im Männer-Sport Skispringen, immerhin hatte mit Eva Ganster schon vor ihr eine Österreicherin für ansprechende Leistungen gesorgt. "Ich habe eigentlich nie schlechte Erfahrungen gemacht, weil ich ein Mädchen bin." Die Kollegen wie Gregor Schlierenzauer und Co. treffen die Skisprung-Mädels ja des Öfteren beim Training, die zweite ÖSV-WM-Starterin Jacqueline Seifriedsberger sitzt mit Schlierenzauer in der Handelsschule in Stams sogar in der gleichen Klasse. Von fehlender Anerkennung ist da jedenfalls laut Iraschko keine Spur. "Die freuen sich ganz genauso für uns, dass wir endlich mitstarten dürfen. Vielleicht tut es sogar ein bisserl gut, wenn mehr Mädels reinkommen in die Partie da", meint sie frech.

200 m gestanden
Als Iraschko am 29. Jänner 2003 auf dem Kulm als erste Frau auf 200 m segelte, sorgte sie für einen Meilenstein und auch für ein absolutes Highlight ihrer bisherigen Karriere. "Das war sicher mein persönlicher Höhepunkt. Ich habe gewusst, ich habe drei Sprünge mit ein bisserl mehr Anlauf. Beim dritten Sprung ist es mir dann geglückt, es war ein wahnsinniges Gefühl."

Und damit ist auch der wesentlichste Unterschied zu den Männern schon erklärt: Die Ladies erhalten einfach mehr Anlauf, vom Sprungstil her erkennt der Laie keinen Unterschied. Und wie erklärt Iraschko den Unterschied zu den Männern: "Wir schauen besser aus!"

Noch kein Weltcup
Die WM in Liberec ist freilich nur ein erster Schritt, den Springerinnen fehlt ein organisierter Weltcup ebenso noch wie der nächste große Traum von der Aufnahme ins Olympische Programm. Die langsame Entwicklung in den vergangenen Jahren sei aber sogar gut gewesen, glaubt Iraschko. "Weil sich eine enorme Dichte aufgebaut hat und es nun spannende Wettkämpfe gibt. Aber ich glaube, dass es auch nicht mehr lange dauert, bis es einen Weltcup gibt, und dass wir 2014 auch bei Olympia dabei sein werden."

Internationale Konkurrenz
Als schärfste Widersacherinnen für die WM-Premiere am Freitag sieht die Steirerin die Norwegerin Anette Sagen und die Deutschen, angeführt von Ulrike Grässler. Rund 40 Athletinnen werden am Start sein, der Modus ist derselbe wie bei den Männern, allerdings bedarf es keiner Qualifikation.

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