"Es ist mein Haus!" Der Norweger Henrik Kristoffersen triumphierte am Mittwoch zum 5. Mal im Nachtslalom von Schladming vor Teamkollege und Halbzeit-Leader Atle Lie McGrath (+0,34) und Clement Noel (FRA/+0,54). Fabio Gstrein rettete unser gebeuteltes Team als Fünfter (+1,75).
22.500 Fans in der ausverkauften Planai-Arena feierten trotz ÖSV-Enttäuschung eine Mega-Skiparty. Zum Feiern war beim schwierigen, von Braathen-Trainer Mike Pircher gesetzten 2. Lauf als einer der wenigen Kristoffersen zumute. Mit fünf Slalom-Siegen ist er jetzt Rekordmann beim Nightrace-Klassiker in Schladming (vor Benni Raich/4 Siege). Im Ziel heulte Kristoffersen vor Glück, beschwerte sich aber wie 24 Stunden zuvor im RTL über die eisigen Bedingungen: "Das ist eher ein Eishockeyplatz, da sollte man keine Skirennen fahren." Red Bull und Adrenalin hätten ihm "Flügel verleiht".
Im ORF legte Kristoffersen nach: "Alle sagen, ich weine so viel über Bedingungen und Kurssetzung, und es ist zu eisig. Und ich bin alt und habe nichts gewonnen seit Kranjska Gora letztes Jahr. Aber ich finde, wir sollten auf solchen Bedingungen kein Rennen fahren." Doch dann beruhigte er sich: "Im Endeffekt: fünfter Sieg in Schladming, ich glaube, jetzt kann ich sagen, es ist mein Haus!"
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Gstrein fuhr von Halbzeit-Platz 10 auf 5 vor
Der Vorjahrs-Dritte Fabio Gstrein startete als Halbzeit-Zehnter eine Aufholjagd und sorgte mit einer Zwischenzeit-Führung für Begeisterung. "Es war wild von oben bis unten", keuchte der Tiroler im Ziel. "Aber das gehört dazu." Kaum hatte er am Leader-Sessel Platz genommen, wurde er von Noel verdrängt, ehe Kristoffersen und McGrath noch eins draufsetzten.
Immerhin kommt Gstrein mit seiner besten Saison-Platzierung zu Olympia und meinte: "Es geht in die richtige Richtung, das hat schon gepasst, da kann ich weiterarbeiten, weil ich sehe, dass ich auch im Rennen schnell sein kann."
Kitz-Sieger Feller mit Schmerzen und Medikamenten Zehnter
Kitzbühel-Sieger Manuel Feller quälte sich mit Schmerzmitteln wegen Leisten- und Schambein-Problemen zu Endrang 10. Nach Halbzeit-Platz 13 hatte unser bester Slalomläufer von einer "gscheiten Watschn" gesprochen.
Joshua Sturm brauste von Platz 28 auf 12 nach vorne und erreichte sein bestes Karriereergebnis in dieser Disziplin. "Der zweite war bis zwei Tore vor dem Ziel richtig gut, aber gerade jetzt bin ich noch bissl frustriert über den Fehler, den ich gemacht habe. Da liegt eine halbe Sekunde. Ich habe viele gute Schwünge gehabt, die nehme ich mit", sagte Sturm. Die Kurssetzung habe alles noch einmal ein bisschen durcheinandergewirbelt, meinte er.
Johannes Strolz (Halbzeit-14.) schied im zweiten Durchgang ebenso aus wie Adrian Pertl (27.) und Dominik Raschner (20.).
Schwarz und Matt zu langsam für 2. Lauf
Schlechter machten es unsere restlichen beiden Slalom-Olympiateilnehmer (neben Gstrein und Feller): Für Allrounder Marco Schwarz und Michael Matt, in Adelboden (7.) noch bester ÖSV-Läufer, war bereits im 1. Lauf als 32. und 33. mit knapp 3 Sekunden Rückstand Endstation.
"Als ich ins Ziel gekommen bin, habe ich mit dem zweiten Durchgang schon abgeschlossen", schüttelte Schwarz den Kopf. Im Slalom habe der Alta-Badia-RTL-Sieger heuer noch nicht das richtige Rezept gefunden. "Das ist natürlich bitter."
Viel Arbeit bis zum Olympia-Slalom am 6. Februar
Ab sofort liegt "voller Fokus" auf Olympia. Bereits ab nächsten Mittwoch, 4. Februar, will "Blacky" an den Abfahrts-Trainings in Bormio teilnehmen. Beim Olympia-Slalom am 16. Februar will er es besser machen als in Kitzbühel (out) und in Schladming. Zuvor zählt er im Super-G (11.2.) und im RTL (14.2.) zum engsten Kreis der Medaillenanwärter.
Matt kriegt vermutlich in der Zweierteam-Kombi am 9. Februar die Chance, sich auf die Bedingungen in Bormio einzustellen. Im Slalom zum Abschluss der Herren-Alpinbewerbe wird auch er "All-in" gehen.