Hirscher: "Sah genau nichts mehr"

Slalom-Schock

Hirscher: "Sah genau nichts mehr"

Slalom-Superstar hatte Gründe für WM-Out rasch gefunden.

Die vierte Medaille als i-Tüpfelchen auf die Ski-WM in den USA war Marcel Hirscher am Sonntag nicht vergönnt. Der Traum von der dritten Goldmedaille platzte für den Salzburger im dichten Schneetreiben, Hirscher fädelte im Finale des Slaloms auf Medaillenkurs liegend ein. "Ich hab genau gar nichts mehr gesehen. Aber so ist das, so knapp liegen Sieg und Niederlage beisammen", sagte Hirscher.

Video: Hirscher scheidet am Weg zu Gold aus



Schneefall immer dichter
Nach der Fahrt des späteren Gold-Gewinners Jean-Baptiste Grange aus Frankreich, der zur Halbzeit Fünfter war, wurde der Schneefall in den Rocky Mountains dichter und dichter. Das danach folgende Quartett wurde bei wohl grenzwertigen Bedingungen in der Wertung nach hinten durchgereicht bzw. schied aus.

Auch der Halbzeit-Zweite Alexander Choroschilow aus Russland, der am Ende Achter wurde, berichtete danach von einem "totalen Blindflug", Hirscher sprach von "grenzwertigen" Bedingungen.



Hirscher sportlich fair
Hirscher war nach dem tückisch gesetzten ersten Durchgang des Rennens in Beaver Creek noch recht deutlich in Front gelegen, und auch bei der letzten Zwischenzeitmessung im zweiten Lauf hatte es noch "grün" aufgeleuchtet. Danach gingen jedoch im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus und Hirscher fädelte ein. Insofern tat sich der dreifache Gesamt-Weltcup-Sieger bei der Ursachenforschung leicht.

"Wenn man die Fehler nur bei sich selbst suchen muss, dann ist es schlimmer. So wie zum Beispiel in Schladming, da war ich 14. und wusste nicht warum. In diesem heutigen Fall ist es recht einfach zu erklären", so Hirscher, der aber hinzufügte: "Gratulation ans Podium, denn diese Leute haben ihre Leistung gebracht und das Resultat ordentlich über den Haufen geschmissen. Schön finde ich, dass Grange wieder da ist. Er war 2011 Weltmeister, dann war er leider verletzt und jetzt ist er wieder da."

Hirscher: "Scheiß drauf"
Über mangelndes Glück in Vail/Beaver Creek wollte sich Hirscher aber nicht beschweren. "In der Kombi hatte ich ein bisschen Glück, heute hatte ich es nicht. Das ist natürlich bitter. Aber scheiß drauf, es hilft eh nichts, das Rennen ist vorbei", sagte Hirscher.

Schließlich war Hirscher in der Kombi lediglich aufgrund der Disqualifikation des schwer gestürzten Tschechen Ondrej Bank auf Rang 30 in der Abfahrt gerutscht. Dadurch ging der Annaberger mit Nummer eins in den Slalom und raste noch zu Gold. Für Hirscher war dies der Auftakt zu sensationellen Tagen gewesen. Es folgten noch Gold im Teambewerb und Silber im Riesentorlauf.

Erfolgreiche WM-Bilanz
"Zwei Goldene und eine Silberne. Ich muss schon sagen, das ist nicht so zwider. Von dem her lässt sich für mich der Ausfall doch um einiges leichter verschmerzen", sagte Hirscher, der keinen seiner Erfolge als "schönsten WM-Moment" herauspicken wollte: "Es waren so viele schöne Momente. Es war abartig, was in diesen 14 Tagen alles passiert ist."

Ab sofort geht es für Hirscher darum, die Akkus fürs Saisonfinale aufzuladen. Noch am Sonntagabend (Ortszeit) fuhr Hirscher nach Denver, dort stand mit seinem Team, Freundin Laura und Mama Sylvia ein Steakessen auf dem Programm, ehe es am Montag mit dem Flieger Richtung Heimat ging.

Hirscher startet im Saalbach-Super-G
Der Sieger von 29 Weltcup-Rennen führt aktuell im Gesamt-Weltcup 180 Punkte vor dem Norweger Kjetil Jansrud. Um die Chancen auf seinen historischen vierten Gesamt-Weltcup-Sieg in Serie zu wahren, wird Hirscher bereits am Sonntag beim Super-G in Saalbach-Hinterglemm an den Start gehen. Hirscher fühlt sich fürs Saisonfinish gerüstet: "Ich war bei der WM sehr schnell unterwegs, das Selbstvertrauen ist da."

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