Mitten in der angespannten Lage im Nahen Osten sorgt Iran für eine überraschende Wendung. Während der Waffenstillstand im Libanon läuft, wird eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt wieder freigegeben.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte auf der Plattform X, dass die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands vollständig freigegeben wird.
Die Passage erfolgt dabei über eine koordinierte Route, die bereits zuvor von der Hafen- und Seeschifffahrtsorganisation der Islamischen Republik Iran angekündigt worden war.
Trump dankt und blockiert weiter
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Öffnung und bedankte sich sogar via Truth Social. "Der Iran hat gerade verkündet, dass die Straße des Irans vollständig geöffnet und bereit für die Durchfahrt ist. Danke", schrieb er in Großbuchstaben.
Trotz der Ankündigung der Öffnung hält Trump allerdings an seiner Seeblockade fest. Diese soll erst wieder geöffnet werden, sobald die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen sind, wie er über Truth Social bekannt gab.
EU fordert von Iran Verzicht auf Transitgebühren
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte den Iran unterdessen auf, Pläne für Transitgebühren in der Straße von Hormuz aufzugeben. Nach internationalem Recht müsse die Durchfahrt durch solche Wasserstraßen ermöglicht und kostenlos bleiben, erklärte Kallas auf der Plattform X. Ein Gebührenmodell würde einen gefährlichen Präzedenzfall für globale Seerouten schaffen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt die Ankündigung des Irans zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Dies gehe in die richtige Richtung, sagte Macron am Freitag in Paris. Die jüngsten Entwicklungen seien ermutigend, auch wenn man weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz forderte, die Öffnung müsse "zuverlässig" und "dauerhaft" sein. Die iranische Ankündigung sei eine gute Nachricht. "Aber dies muss in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht so ausgestaltet werden, dass es keinerlei Einschränkungen gibt", fügte Merz hinzu.
Entscheidung an Waffenruhe gebunden
Die Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge steht damit klar im Zusammenhang mit dem aktuellen Waffenstillstand im Libanon. Solange dieser anhält, bleibt auch die Route für den internationalen Schiffsverkehr zugänglich.
Wie lange diese Regelung gilt, hängt somit direkt von der weiteren Entwicklung der Lage in der Region ab.