Opern-Kritik

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"La donna del lago": Respektlos 
und witzig

Rossinis romantische Opera seria La donna del lago, die in der respektlosen, witzigen Inszenierung von Christof Loy im Theater an der Wien zu erleben ist, basiert auf der Ballade The Lady of the Lake des schottischen Romantikers Sir Walter Scott. Erzählt wird die melodramatische Geschichte der schönen Elena, Tochter des rebellischen Highlanders Douglas d’Angus, die an einem See im Schottischen Hochland von drei Männern geliebt wird: Vom König James V., der sie für eine Waldgöttin hält; vom Anführer der Rebellen, Rodrigo di Dhu, der im Kampf gegen den König fällt; und vom Höfling Malcolm, der sich aus Liebe den Aufständischen angeschlossen hat.

Wirtshaus
Loy verlegt die schwülstige Handlung respektloser Weise in ein Wirtshaus in den 1950er Jahren, wo Elena von den magischen Lochs und Wäldern träumt. Die Sänger sind Rossinis koloraturgespickter Partitur kaum gewachsen. Malena Ernman zerbröselt Elenas großes Rondo am Schluss, Luciano Botelho ist ein maßlos überforderter Giacomo; Gregory Kunde schmettert als Rodrigo die hohen Töne wie eine Heldentenor-Parodie, Varduhi Abrahamyan ist ein stimmschöner Malcolm. Dirigent Leo Hussain legt eine beachtliche Probe seines Talents ab. Bravo- und Buh-Orkane für den Regisseur.

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