Auftakt an der Wiener Staatsoper

"Tannhäuser"

 

Auftakt an der Wiener Staatsoper

"Wer ist der dort in brünstigem Gebete? Nach seiner Tracht ein Pilger“, heißt es im Tannhäuser. Zu sehen sind in Claus Guths Inszenierung ein Mann, der mit seinem Koffer eben aus dem Wiener "Hotel Orient“ hinausgeschmissen wurde, und eine Gruppe von Frackträgern mit Zylindern, die sich wegen der Nähe zu diesem Nobelpuff geißeln. Das war vor dem Sommer die letzte Staatsopernpremiere, und damit begann auch die neue Saison.

Kontinuität
Direktor Dominique Meyer sorgt für Kontinuität auf der Bühne. Anderes wurde bereits erneuert. Der Internetauftritt der Staatsoper hat an Eleganz und Übersichtlichkeit gewonnen, und auch die Theaterplakate außen am Haus sehen nobel aus, sind freilich schwerer lesbar als früher.

Einstand
Franz Welser-Möst hatte mit der Wagner-Oper seinen Einstand als neuer Musikchef. Herrlich unpathetisch, klar, durchhörbar die Ouvertüre. Nachdem sich der Vorhang geöffnet hat, lenkt die kuriose szenische Neudeutung der Handlung jedoch von seiner musikalischen Sorgfalt ab.

Man registriert, dass Matthias Goerne als Wolfram ebenso sorgfältig artikuliert wie sein Rollenvorgänger Christian Gerhaher; die übrige Besetzung mit dem stimmlich souveränen Johan Botha in der Titelrolle war die der Premiere.

Autor: Karl Löbl
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