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So einsam starb Tony Curtis

Film-Legende

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So einsam starb Tony Curtis

Er drehte mehr als 140 Filme. Küsste und liebte Marilyn Monroe. Jetzt starb Tony Curtis in der Nacht auf Donnerstag in einer Klinik in Las Vegas – Herzversagen nach langer, schwerer Lungenkrankheit. Einer der letzten Großen Hollywoods ist tot: "Es ist, als wäre eine ganze Zeit gestorben“, sagt Christine Kaufmann, seine zweite Ehefrau, zu ÖSTERREICH Tony Curtis wurde 85 Jahre alt.

Welterfolg mit Monroe
Er spielte mit Jack Lemmon, Walter Matthau, Cary Grant, Burt Lancaster, mit Frank Sinatra und Dean Martin, war ein Mal für einen Oscar nominiert. Nichts aber hat ihn so berühmt gemacht wie Billy Wilders "Manche mögen’s heiß“, der Welterfolg mit Marilyn Monroe.

Sechs Ehefrauen
Skandale waren sein Lebens-Drehbuch. Ebenso seine Liebe zu Frauen, speziell zu jüngeren: Sechs Mal war Tony Curtis verheiratet. Zweite Frau war die Österreicherin Christine Kaufmann: "Wir lernten uns beim Dreh zu Taras Bulba kennen“, sagt Kaufmann. Fünf Jahre waren die beiden ein Paar. Zwei Kinder stammen aus der Ehe: Alexandra, 44, sie lebt in Florida. Und Allegra, 46, Schmuckdesignerin in Mallorca. Sechs Kinder stammen aus den Curtis-Ehen: vier Töchter, zwei Söhne. Nicholas (aus Ehe mit Leslie Allen) verlor er 1993 an eine Überdosis Heroin: "Ich war ein schrecklicher Vater“, so Curtis in seiner Bio.

Exzesse an der Tagesordnung
Curtis – Kind ungarischer Einwanderer, hieß Bernhard Schwartz – kommt von ganz unten: Aus der Bronx, "dem Mülleimer Amerikas“, wie er sagte. Er arbeitete sich nach oben. Verdiente Millionen. Gab noch mehr aus. Vom Strahlemann blieb zuletzt nur mehr ein kranker, aufgedunsener Mann. Gezeichnet von Alkohol- und Kokain-Exzessen. Mit seiner letzten Frau Jill Vanderberg, (als sie 1998 heirateten war er 73, sie 31) verließ er Hollywood, lebte er in der Nähe von Las Vegas. Als Maler.

Ex-Ehefrau Kaufmann: "Er hat sehr gelitten."

ÖSTERREICH-Interview

 

ÖSTERREICH: Woran ist Ihr Ex-Mann gestorben?

Christine Kaufmann: Herzstillstand. Tony war aber schon sehr lange sehr krank. Für uns ist sein Tod nicht überraschend gekommen. Wir haben stündlich darauf gewartet. Er hat zuletzt nur mehr gelitten. Ich weiß, das klingt grausam, aber ich glaube, es war für ihn auch eine Erlösung, weil er zuletzt künstlich beatmet wurde, monatelang im Koma gelegen ist.

ÖSTERREICH: Tony Curtis – wer war er wirklich?

Kaufmann: Es gab einen wunderbaren Tony Curtis, einen schillernden, amüsanten, feurigen, hochintelligenten und hoch begabten Mann. Und es gab den finsteren, depressiven Tony. Einen für seine fünf Kinder sehr, sehr unzuverlässigen Vater. All seine Kinder machten ihm deshalb Vorwürfe. Ich hab mich aber schon vor Jahren entschieden, mich nur an seine guten Seiten zu erinnern.

ÖSTERREICH: Er war der letzte Dinosaurier Hollywoods …

Kaufmann: ... ja, absolut! Nur noch Elizabeth Taylor und Kirk Douglas leben noch. Dann sind alle weg aus seiner Zeit. Das große Hollywood ist jetzt um ein großes Stück kleiner geworden. Billy Wilder, Jack Lemmon, Walter Matthau – alle tot. Er hat mir auch bei einem seiner letzten Gespräche gesagt, dass inzwischen in seinem Telefonbuch alle Nummern durchgestrichen sind.

ÖSTERREICH: Wie haben Ihre Kinder die Nachricht aufgenommen?

Kaufmann: Wir sind alle bestürzt, betroffen – wenn der Vater stirbt, stirbt ein großes Stück von einem selbst und man ist gezwungen, erwachsen zu werden. Ich denke, Tony Curtis, der Mann den alle liebten, hat genug gelitten.

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