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Der krächzige Tom bringt neues Album raus

Tom Waits

Der krächzige Tom bringt neues Album raus

Tom Waits ist ein Künstler mit vielen Facetten: Mal betört er mit melancholischen Balladen, mal verstört er mit schrägen Klängen, mal singt er mit dunkler Stimme den Blues, dann knurrt und bellt er als gäbe es kein Morgen, mal dominiert das Piano, dann wieder lässt sich der Kalifornier von markanten Gitarren begleiten. Alles zusammen findet man eigentlich nur auf Werkschauen des Künstlers - und auf dem am 21. Oktober erscheinenden neuen Album "Bad As Me" (Indigo).

Vielseitig
Die erste Studio-Produktion mit frischem Material seit "Real Gone" (2004) klingt fast wie eine "Best Of" des Troubadours, manchmal zeigen sich gleich mehrere Seiten Waits' in einem Song. Da gibt es den Geschichtenerzähler, dem man ergriffen lauscht, den Innovator, der den Hörer in Klanglandschaften entführt, die es erst zu erforschen gilt, den leidenschaftlichen Gospelsänger und sogar den zügellosen Rocker (die Namen "Mr. Jagger und Mr. Richards" fallen nicht zufällig in einem Text und Keith Richards streut als Gast lässig Riffs ein, Flea von den Red Hot Chili Peppers spielt bei zwei Stücken den Bass).

Drei Versionen
Sein 17. Studiowerk kommt in drei Versionen in den Handel, weil sich auch ein Tom Waits dem Geschäft nicht entziehen kann. Neben der Standard-CD gibt es eine "Deluxe" Ausgabe mit zwei Scheiben und einem 40-seitigen Booklet (mit Fotos und Texten). Die Bonussongs sind gut, aber wie immer in solchen Fällen schwächer als die Lieder auf dem Originalalbum. Vinylfans werden mit einer 180 Gramm schweren Scheibe samt CD als Beigabe am besten bedient.

Abgründig
Tom Waits, Sohn eines später geschiedenen Lehrerehepaars, wird am 7. Dezember 62 Jahre alt. Von der Debüt-Platte "Closing Time" (1973) bis zu "Bad As Me" fasziniert er die Fans seit fast vier Jahrzehnten mit abgründigen, düsteren Songs: Er erzählt von den Verlierern und Underdogs der amerikanischen Gesellschaft, von Gewalt, Suff und Depression. Trotz aller stilistischen Wandlungen und Experimente ist vor allem seine Stimme immer unverwechselbar geblieben: ein tiefes, raues und krächziges Organ.
 

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