In Ungarn gesichtet

Asiatischer Eschenprachtkäfer bedroht unsere Wälder

© Getty Images
Ein grün glänzendes Alien ist in Ungarn in die Falle gegangen: Erstmals wurde der gefährliche Asiatische Eschenprachtkäfer in der EU gesichtet – der Fundort liegt nahe der Grenze.
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Der Asiatische Eschenprachtkäfer wurde erstmals innerhalb der Europäischen Union gesichtet, weitere Vorkommen in der Slowakei wurden ebenfalls dokumentiert. Für uns in Österreich ist die Lage besonders brisant, da eines der akuten Befallgebiete nur 350 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegt. Laut EU-Kommission handelt es sich bei Agrilus planipennis um einen "Unionsquarantäneschädling". Das bedeutet, dass aus einem 100-Kilometer-Radius um den Fundort bestimmte Pflanzen und Holzprodukte nicht mehr ausgeführt werden dürfen.

Langer und langsamer Tod

Während die Bäume seiner Heimat in Ostasien an diesen Prachtkäfer gewöhnt sind, kann das eingeschleppte Insekt den Eschen in unseren Gefilden einen langsamen Tod bringen. Der Käfer legt seine Eier an der Rinde ab, woraufhin die Larven mäandern fressend durch das Holz ziehen, bis der Stofffluss im Baumstamm zwischen oben und unten komplett gekappt wird. In der Folge stirbt die Krone allmählich ab.

© Getty Images/500px Unreleased Plus

Selbst gesunde Eschen können daran zugrunde gehen, wie das Bundesforschungszentrum für Wald informiert. Derzeit sind viele Bäume aber zusätzlich durch einen ebenfalls eingeschleppten Pilz geschädigt, der das Eschentriebsterben verursacht. In der ganzen EU gelten jetzt zum Schutz besondere Regeln. Weder Eschen noch Schneeflockensträuche, die auch zu den Opfern des Käfers zählen, dürfen aus dem Umkreis der Befallszone eingeführt werden.

Kontrollen auf Hauptverkehrsrouten

Das ist noch nicht alles. Hauptverkehrsrouten werden bestmöglich auf grün schimmernde Mitreisende mit sechs Beinen kontrolliert, denn der Käfer verbreitet sich oft per Kfz, Lkw und Zug. Zum Einsatz kommen etwa spezifische Fallen, die direkt in Bäume gehängt werden und aussehen wie grellgrüne, übereinandergestapelte Trichter.

© BFW/Gernot Hoch

Wie verheerend die Folgen einer späten Entdeckung sein können, sieht man in den USA und Kanada. Dort ist der Eschenprachtkäfer wohl schon Mitte der 1990er-Jahre gelandet, wurde aber erst 2002 nachgewiesen. Tausende Eschen sind in diesen Regionen bereits abgestorben. Symptome wie absterbende Kronen oder die D-förmigen Löcher, durch die die ausgewachsenen Käfer nach ein bis zwei Jahren den Baum verlassen, werden meist sehr spät erkannt.

Etwa zeitgleich mit Nordamerika erfolgte der Erstnachweis in Moskau. Der weitgereiste Schädling, der leicht mit heimischen Prachtkäfern zu verwechseln ist, breitete sich in die Ukraine hinein aus, vor drei Jahren schließlich bis nach Kyjiw. Kriegsbedingt waren dort allerdings keine wirksamen Schutzmaßnahmen möglich.

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