Brüssel/Berlin/Wien. Die europäischen Gasnetzbetreiber haben angesichts der niedrigen Füllstände zusätzliche Einspeicherungen angemahnt. "Jedes zusätzliche heute verfügbare Molekül - entweder im Speicher oder über LNG - stärkt die Lage in Europa", erklärte am Donnerstag der Vorsitzende der Betreiberorganisation Entsog, Piotr Kus. Eine Gefahr für die Versorgung gebe es aber nicht.
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Mit 72 Prozent seien die Gasspeicher in der EU auf einem "historisch niedrigen" Stand, teilten die Netzbetreiber mit. In Deutschland liegen die Füllstände nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Mittwoch aktuell bei 59,2 Prozent und damit unter dem Durchschnitt. Die täglichen Einspeicherungen seien zuletzt "zum Teil weiterhin recht niedrig gewesen", teilte die Bundesnetzagentur mit.
In Österreich sind die Speicher aktuell zu 68,8 Prozent voll. Für Staaten wie Österreich, die im Vergleich zum Verbrauch über sehr hohe Speicherkapazitäten verfügen, gilt das EU-Speicherziel von 80 Prozent nicht, es reichen 35 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs der letzten fünf Jahre.
Deutschland verfehlt 80-Prozent-Ziel
Grund für niedrigen Speicherstände ist insbesondere, dass sich Import und Speicherung von Erdgas derzeit wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs kaum lohnen. Für Deutschland ist das EU-Speicherziel von 80 Prozent bis Anfang November nach Einschätzung der deutschen Bundesnetzagentur nicht mehr zu erreichen.
Sowohl die deutschen Behörden als auch Entsog gehen aber nicht von einer Gefahr für die Versorgung im Winter aus. Die europäische Infrastruktur sei wegen der Terminals für Flüssiggas (LNG) "ausreichend flexibel", um niedrige Füllstände teilweise auszugleichen, teilte Entsog mit. Blieben die Lieferungen jedoch aus, könnten die Speicher über den Winter so leer werden, dass die Befüllung im kommenden Sommer schwierig werde.
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