Badeverbot bleibt
Donau-Auen geht das Wasser aus
Die Situation in der Au spitzt sich weiter zu: Der niedrige Pegel der Donau sorgt dafür, dass kaum mehr Wasser in den Durchstich und damit ins sensible Ökosystem gelangt. Stadt, Stift, Verbund und viadonau stehen deshalb in engem Austausch, um eine gemeinsame Lösung für das zunehmend trockene Gebiet zu finden. Das im Mai behördlich verhängte Badeverbot für den Altarm des Strandbads ist eine direkte Auswirkung der anhaltenden Wasserknappheit.
Bereits im März gab es eine gemeinsame Begehung im betroffenen Areal. Einzelmaßnahmen reichen hier nicht mehr aus, sind sich die Fachleute einig. Nach einem extrem niederschlagsarmen Winter, wenig Regen im Frühjahr und Hitze im Mai hat sich die Lage weiter verschärft. Dadurch können sich Cyanobakterien stark vermehren – mit potenziell gefährlichen Toxinen im Wasser. Das behördliche Badeverbot bleibt bis auf Weiteres in Kraft.
Eine Kontrolluntersuchung wurde unmittelbar nach dem Verbot eingeleitet, die Ergebnisse dazu stehen noch aus. Parallel arbeiten alle Beteiligten an einem umfassenden Gesamtprojekt, das die Wasserproblematik langfristig entschärfen soll - über die Finanzierung und konkrete Maßnahmen wird intensiv diskutiert. Eine schnelle Entwarnung für Badegäste und Naturfreunde ist damit vorerst nicht in Sicht.
Stimmen zur Wasserknappheit in der Au
Bürgermeister Christoph Kaufmann: "Es wird weitere Gespräche mit Stadt, Stift, Verbund und viadonau geben, um nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass wir Lösungen und Vorschläge von Wasserbauexperten und Fließgewässerforschern für die Zukunft der Au bekommen." Auch wenn sich viele Bewohner nun eine rasche Lösung des komplexen Problems wünschten, werde es ein "umfassendes Bündel an Maßnahmen für das gesamte Gebiet benötigen, damit das Ökosystem wieder langfristig funktioniert", so der Bürgermeister.
"Das Gewässersystem in der Au ist äußerst komplex. Gerade deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, die Situation gemeinsam analysieren und auf Grundlage fachlicher Expertise die bestmöglichen nachhaltigen Entscheidungen für die Zukunft treffen", ergänzt Andreas Gahleitner, Wirtschaftsdirektor des Stiftes Klosterneuburg.
"Wir begrüßen jede Maßnahme, die eine Dotierung der Au mit Wasser ermöglicht. Grundsätzlich ist die Au ein dynamisches System, in dem nach Hochwässern die Verlandung, aber auch die Entstehung neuer Wasserwege ein natürlicher Prozess ist. Der Auwald selbst kommt damit gut zurecht und ist nicht gefährdet", so Hubertus Kimmel, Forstleiter des Stiftes.
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