Longevity-Boom

Dr. Worseg: Das Geschäft mit der ewigen Jugend

© Andreas Tischler / Vienna Press
Immer länger leben und möglichst jung bleiben: Der Longevity-Hype boomt. Doch was bringen Vitamininfusionen, Rotlicht und Kältekammern wirklich? Dr. Kristina und Dr. Artur Worseg nehmen die Branche unter die Lupe.
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Nahrungsergänzungsmittel, Vitamin-Drips, Rotlichttherapie oder hyperbare Sauerstoffbehandlungen: Auf Social Media werden immer neue Methoden angepriesen, die den Körper fitter halten und das Altern bremsen sollen. Influencer vermitteln dabei oft den Eindruck, ohne solche Behandlungen würde man wichtige Chancen für die eigene Gesundheit verpassen. Doch welche Methoden sind tatsächlich wissenschaftlich belegt – und wo steht vor allem das Geschäft im Vordergrund?

Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt der zweiten Folge von "Health Talk mit Dr. Kristina Worseg". Gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Artur Worseg, der als Arzt und Wissenschaftler internationale Longevity-Kongresse in den USA, Asien und Europa besucht hat, hinterfragt sie die Versprechen der Branche. Sein Eindruck ist ernüchternd: "90 Prozent Business, 10 Prozent Ärzte", beschreibt er das Verhältnis auf den Veranstaltungen.

Vom Wurm zum nächsten Kassenschlager?

Wie fragwürdig manche Schlussfolgerungen sein können, zeigt Worseg anhand einer Studie zur Lebensdauer von Würmern. "Eine bezeichnende Longevity Studie untersucht die Lebensdauer von Würmern. Nach Nahrungsergänzung XY verdoppelt sich die Lebensdauer von Wurm Nummer 1 von einem Tag auf zwei. Super – nächster Kassenschlager", sagt er ironisch.

Der Hintergrund: Was in Laborversuchen funktioniert, muss beim Menschen noch lange nicht denselben Effekt haben. Auch bei Medikamenten wie Metformin, die außerhalb ihrer zugelassenen Anwendungsgebiete eingesetzt werden, sowie bei Vitamininfusionen und anderen Anti-Aging-Behandlungen kommt es auf die tatsächliche wissenschaftliche Beweislage an. Ein vielversprechendes Ergebnis allein ist noch kein Beweis dafür, dass eine Methode das Leben verlängert.

Mit einem gesunden Lebensstil verdient niemand Geld

Die zweite Folge von "Health Talk mit Dr. Kristina Worseg" erscheint am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, ab 11 Uhr auf YouTube sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen. © Andreas Tischler / Vienna Press

Dabei stellt sich die Frage, ob es tatsächlich immer neue Behandlungen braucht, um möglichst lange gesund zu bleiben. Schließlich sind viele Grundlagen eines gesunden Lebens längst bekannt. Doch mit einfachen Empfehlungen lässt sich oft weniger Geld verdienen als mit teuren Produkten und innovativen Therapien.

Worseg bringt es provokant auf den Punkt: "Mit Fasten und gemäßigtem Lebensstil verdient man halt kein Geld." Gerade in einer Zeit, in der auf Social Media ständig neue Gesundheitstrends auftauchen, lohnt es sich daher, Versprechen kritisch zu hinterfragen, anstatt jedem Hype hinterherzulaufen.

Haben wir verlernt, auf unseren Körper zu hören?

Neben Studien und medizinischen Fakten sprechen Kristina und Artur Worseg auch über den gesellschaftlichen Druck, immer jünger, fitter und leistungsfähiger werden zu müssen. Zwischen Selbstoptimierung, Gesundheitschecks und vermeintlichen Wundermitteln gerät dabei leicht in Vergessenheit, was für das eigene Wohlbefinden wirklich wichtig ist.

Mit fachlicher Expertise, persönlichen Einblicken und einer Portion Humor zeigen die beiden, warum gesundes Altern mehr bedeutet als gute Blutwerte oder die neueste Anti-Aging-Behandlung. Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Unter dem augenzwinkernden Motto "Longevity für verheiratete Männer" darf sogar der Wunsch nach einer Frau, "die einen manchmal in Ruhe lässt", Thema sein.

Wann erscheint die neue Folge?

Die zweite Folge von "Health Talk mit Dr. Kristina Worseg" erscheint am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, ab 11 Uhr auf YouTube sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen. In der ersten Folge hatte sich Worseg bereits mit der Abnehmspritze beschäftigt und der Frage, warum das Medikament plötzlich einen derartigen Hype erlebt – und was tatsächlich dahintersteckt.

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