Das oe24-Interview

Michael Patrick Kelly: "Wien ist ein Heimspiel für mich!"

Ein Mann steht in einem Türrahmen mit Sand auf dem Boden und schaut zur Seite.
© Sony Music
Das für April geplante Wien-Konzert von Michael Patrick Kelly fiel wegen den ESC-Vorbereitungen aus. Jetzt rockt er die MetaStadt. Am 31. Juli gibt‘ die Open-Air-Show zur aktuellen CD "Traces". Im oe24-Interview erklärt Kelly seine große Vorfreude. Auch wegen der langen Suche nach dem Ersatz-Termin.
OE24 auf Google bevorzugen

Michael Patrick Kelly spricht im oe24-Interview über die Konzert-Verschiebung, die Kelly Family und seine Wiener Wurzeln.

oe24: Ihr Wien Konzert stand lange auf der Kippe…

Michael Patrick Kelly: Dass ich mit meiner "Traces Tour" auch nach Österreich kommen und in Wien live auftreten würde, stand nie infrage. Wegen dem ESC war die Stadthalle in Wien plötzlich an manchen Daten nicht mehr verfügbar. Neben einigen anderen Künstlern mussten auch wir mit unserem geplanten Termin ausweichen. Die Herausforderung für das Wien Konzert war also nicht das Ob, sondern das Wann und Wo.

oe24: Warum hat es so lange gedauert bis man Ersatz fand?

Kelly: Das Ziel war von Anfang an, den Fans in Wien eine ebenso coole Alternative zu bieten. Eine Terminfindung ist immer komplex, vor allem bei einer internationalen Tournee. Mit dem METAStadt Open Air Konzert wurde eine tolle Alternative gefunden.

"Eine Terminfindung ist immer komplex!"

Musiker spielt Gitarre und singt auf einer Bühne mit Nebel und Lichtern im Hintergrund.
Michael Patrick Kelly rockt am 31. Juli die Wiener METAStadt. Mit den Highlights der Hit-CD "Traces" © Getty Images

oe24: "Schuld" war der Song Contest - haben Sie sich den dann angeeshen, oder eben "aus Gründen" boykottiert?

Kelly: Wenn ich Zeit habe, dann schaue ich mir den ESC jedes Jahr an, das war auch in diesem Jahr so. Ich finde es wichtig, dass nicht nur im Sport, sondern auch in der Musik durch solche großen Events viele Nationen und Kulturen zusammengebracht werden.

"Freue mich riesig auf die Österreichischen Fans!"

oe24: Wie erleichtert sind Sie, dass es nun doch mit einem Wien-Konzert geklappt hat?

Kelly: Die Traces Tournee führt mich mit 30 Shows durch 7 Europäische Länder, und ich freue mich riesig auf die Begegnung mit den Österreichischen Fans am 31. Juli in Wien.

Open-Air-Konzert auf dem MetaStadt-Gelände mit Menschenmenge und beleuchteter Bühne bei Abenddämmerung.
Traumkulisse für Michael Patrick Kelly: Die METAStadt in Wien. © Diana Horst

oe24: Jetzt gibts ein Open Air und keine Hallen Show. Was liegt Ihnen mehr?

Kelly: Unter freiem Himmel ist die Atmosphäre schon sehr besonders. Ich mag es, die Gesichter gut sehen zu können, die Reaktionen und Emotionen so nah zu erleben. Da ergibt sich auch leicht ein spontaner, lustiger Austausch mit den Leuten im Publikum. Eine Ballade unterm Sternenhimmel zu singen, das kann einen Song ganz neu beleben. Hallenkonzerte mag ich aber auch total gerne, da ist die Stimmung konzentriert und intensiv.

oe24: Was dürfen die Fans am 31. Juli in der MetaStadt erwarten?

Kelly: Ich werde eine gute Mischung spielen aus den Hits, die man aus dem Radio kennt, Songs von meinem aktuellen Album "Traces", und vielleicht auch den ein oder anderen älteren Klassiker. Von gefühlvollen Piano-Balladen, über tanzbare Uptempo-Nummern, bis zu kraftvollen Rocknummern, ist alles dabei. Die besten Momente passieren natürlich ungeplant; in jeder Stadt ist das Publikum ja anders. Ich bin gespannt auf die Begegnung mit den Menschen in Wien. Konzerte sind für mich eine Oase der Lebensfreude.

Eine Person in schwarzer Kleidung geht durch eine Wüstenlandschaft mit toten Bäumen, darüber steht "traces".
Michael Patrick Kelly liefert Hit-Show zur aktuellen CD "Traces" © Sony Music

oe24: Bei der Tour gab es auch schon Coverversion von u.a. Bryan Adams, Lady Gaga oder CCR?

Kelly: Ja, das stimmt. Man spürt auf der Bühne sehr stark, welche Energie vom Publikum ausgeht. Entsprechend kommt dann auch die spontane Lust auf einen Bruce Springsteen Song oder einen Party-Dauerbrenner, wie Proud Mary. Ich habe bei manchen Konzerten Überraschungsgäste dabei, so entstand zum Beispiel das Duett "Shallow" mit der Gewinnerin von The Voice Kids. Bei meinen Live-Shows sind die Konzertbesucher Multi-Generational; es ist so schön, die 88-jährige Oma klatschen zu sehen und dann wieder ganz viele Kids und tanzende Teenager.

Gänsehaut bei Schweigeminute!

Bei Ihren Konzerten gibt es oft auch eine Schweigeminute für den Frieden …

Kelly: Das ist für mich immer wieder ein emotionales Highlight: die Schweigeminute für den Frieden wird mit der PeaceBell eingeläutet. Das ist eine Glocke, die ich aus Kriegsschrott gegossen habe, zum Beispiel aus Granathülsen und Panzerstücke aus Kiev oder Butscha. Der Klöppel ist ein G3-Gewehr. Es ist unbeschreiblich, wenn mitten in einem Pop-Rock-Konzert plötzlich tausende Menschen gemeinsam für den Frieden schweigen. Da entsteht ein so starkes Wir-Gefühl, da kriege ich jedes Mal Gänsehaut.

"Ich bin dankbar für meine Vergangenheit!"

Jüngst haben Sie auf der Loreley wieder mit Ihren Schwestern gespielt. Ist das ein weiterer Schritt zu einer Kelly Family Reunion, nachdem es ja schon auf Traces den gemeinsamen Song "The Day my Daddy Died" gab?

Kelly: Ich bin dankbar für meine Vergangenheit, und finde es bewegend und schön, wenn es musikalisch passt, auch mit meinen Geschwistern zu singen. Wir teilen gemeinsame Erinnerungen und ein Kapitel einer sehr außergewöhnlichen Geschichte. Ich habe mich aber bewusst für meinen Weg als Solo Künstler entschieden, und bin zutiefst dankbar, dass meine Musik als Solo Artist so gut angenommen wird.

Ihre Schwester Maite hat jüngst beim Schlagerboom "An Angel" angestimmt. Ihr Fazit? Was bedeutet Ihnen "An Angel" heute?

Kelly: Ich finde es eine echt gelungene, neue Pop/Rock Version. Ihr Auftritt hat mich sehr berührt. Ich habe den Song mit 15 Jahren geschrieben, und es ist spannend zu sehen, dass weltweit immer wieder Künstler auf die Komposition zurückgreifen und den Song neu beleben.

Zum Album "Traces" verrieten Sie, dass Sie wohl in Wien gezeugt wurden. Sehen Sie Wien somit als Heimspiel?

Ich bin an einem Dezembertag in Irland in einem Campingwagen zur Welt gekommen. Keine zwei Wochen später hatte ich meinen ersten "Auftritt" in einer irischen TV-Show, auf dem Arm meiner Mutter. Da meine Eltern aber in der ersten Jahreshälfte in Wien lebten, könnte ich mit dem Liedtext von Rainhard Fendrich sagen: "I am from Austria!" Und ja, damit ist das Konzert in Wien ein Heimspiel.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden