Der börsennotierte Wiener Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom musste nach einem heftigen Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025/26 den Sparstift ansetzen.
Das Unternehmen mit 2.700 Mitarbeiter in 25 Ländern will nach eigenen Angaben stark einsparen. Mit den wichtigsten Gläubigern habe man eine sogenannte Standstillvereinbarung getroffen, um mehr Zeit für eine finanzielle Neuordnung zu bekommen.
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Großauftrag
Frisches Geld erhält Kapsch nun dank eines Großauftrags für ein US-Mautsystem in North Carolina. Dort soll der Ausbau des Triangle Expressway übernommen werden.
Der Wiener Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom hat den Mautauftrag im Wert von 32 Mio. US-Dollar (28,6 Mio. Euro) erhalten. Das Unternehmen übernimmt Planung, Bau, Wartung und Betrieb für die Verlängerung des Triangle Expressway im US-Bundesstaat North Carolina um 16 Kilometer, wie Kapsch am Dienstag mitteilte.
“Auftraggeber ist die North Carolina Turnpike Authority (NCTA). Das Projekt bildet die Phase 2 des Vorhabens "Complete 540", mit dem die äußere Ringautobahn um den Großraum Raleigh geschlossen wird.”
Infos zum Großprojekt in den USA
Nach Abschluss von Phase 2 verantwortet Kapsch die Errichtung des gesamten Mautsystems der knapp 60 Kilometer langen Ringstraße. Der neue Abschnitt umfasst 12 Mautzonen und 64 Fahrspuren für eine vollelektronische Mauterhebung auf offener Straße auf einer cloudbasierten Plattform. Die Freigabe für den Verkehr ist für Ende 2028 geplant.
Keine Dividende, keine Zinsen
In der bereits berichteten Standstillvereinbarung ist festgehalten, dass Gläubiger (u.a. Banken) vorübergehend auf Forderungen wie Rückzahlungen oder Zinsen verzichten.
Diese Vereinbarung gelte bis zum 31. März 2028, teilte Kapsch TrafficCom vor kurzem mit. Gleichzeitig verpflichtete sich das Unternehmen, überschüssige liquide Mittel vorzeitig zur Schuldentilgung zu verwenden. Die Dividendenpolitik der Gesellschaft bleibe daher weiter ausgesetzt, hieß es.
Aktienkurs stabilisiert
Der Großauftrag aus den USA ist eine positive Nachricht. Der Aktienkurs hat sich nach einem 20-%-Rückgang in den vergangenen sechs Monaten nun im Oktober bei knapp 4 Euro stabilisiert.
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