Neue Studie

Warum es dieses Jahr so viele Bienen gibt

Buckfast honey bees fly near a beehive in Illinois, U.S. Photographer: Daniel Acker/Bloomberg
© Getty Images/Bloomberg Creative
Forscher der Uni Graz schlagen Alarm: Parasiten und Überdüngung bedrohen die Bienen. Während Honigbienen mit gefährlichen Milben kämpfen, stehen viele Wildbienen vor dem Aussterben. Doch: Es gibt dieses Jahr mehr als letztes Jahr.
OE24 auf Google bevorzugen

Im vergangenen Winter haben laut Forschern der Uni Graz viele Bienen nicht überlebt, auch wenn es mehr Überlebende gab als noch im Jahr davor.

Hauptverantwortlich dafür sind Bienenkrankheiten und kleine Parasiten, die in den Tieren leben und sie krank machen. Der größte Feind der Honigbiene ist dabei die Varroa-Milbe. Sie nistet sich direkt in den Bienenwaben ein und legt dort Eier. Für die Insekten hat das fatale Folgen: Sie leiden an einem verkürzten Hinterleib und zu kurzen Flügeln. Ohne Honigbienen gäbe es für uns Menschen sehr wenig Bestäubung von Obst und Gemüse wie Äpfeln, Kirschen und Erdbeeren. Auch viele Blumenarten würden verschwinden. Zudem liefern die Insekten wertvolles Bienenwachs, das für Kerzen oder Medizin verwendet wird.

Wildbienen leben völlig alleine

Im Gegensatz zu Honigbienen leben Wildbienen alleine und fliegen selbst bei schlechtem Wetter aus. Sie bestäuben Wildblumen wie Schneeglöckchen oder Blausterne. Eine Wildbiene legt nur etwa 20 bis 30 Eier, die sie mit einem speziellen Gemisch aus Pollen und Nektar versorgt. Viele Wildbienenarten sind heute jedoch stark vom Aussterben bedroht, weil ihre Lebensräume zerstört oder zerteilt werden. Zudem sind die meisten Arten hoch spezialisiert und fliegen nur auf Pollen bestimmter Pflanzen in verschiedenen Farben. Die seltene Skabiosen-Sandbiene braucht beispielsweise rund 900 Skabiosen-Blumen. Sie erscheint nur im späten Sommer zwischen Juli und Anfang September und lebt bevorzugt in trockenen, sonnigen Lebensräumen mit Sandboden.

Schutz durch gründliche Bienen-Sauberkeit

Interessante Einblicke liefert auch eine sehr alte Insektensammlung im Naturhistorischen Museum in Wien. An manchen dort aufbewahrten Bienen klebt noch Pollen, den sie vor 100 Jahren gesammelt haben. Früher putzten viele Forscher die Bienen, um ihre Merkmale besser erkennen zu können. Doch Bienen sind von Natur aus bereits sehr saubere Tiere. Sie putzen sich sogar gegenseitig, was ihnen hilft, sich vor der gefährlichen Varroa-Milbe zu schützen. Dabei betasten sie den Körper mit ihrer Antenne und entfernen Fremdkörper mit ihren Mandibeln – Mundwerkzeugen, die von Insekten auch zur Verteidigung genutzt werden.

Dünger verursacht starke Nahrungsarmut

Ein weiteres großes Problem ist die Landwirtschaft. Zu viele Nährstoffe am Boden, beispielsweise durch Dünger, führen zu einer Nahrungsarmut. Zwar wachsen Pflanzen durch Dünger besser, jedoch kann zu viel davon für die Pflanzen schlecht sein. Für Wildbienen ist das ein massives Problem, da sie völlig andere Pflanzenarten bestäuben als Honigbienen und dadurch weniger Futter finden. Diese Entwicklung ist ein zentraler Grund dafür, dass viele Wildbienenarten aktuell vom Aussterben bedroht sind.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden