Gusenbauers Partnerin ganz persönlich

Wer ist Frau Gusi?

Gusenbauers Partnerin ganz persönlich

Als Sonntag knapp nach 18 Uhr die „Gusi, Gusi“-Rufe immer lauter wurden, der Jubel der SPÖ-Anhänger immer größer und unzählige Menschen im Glückstaumel Richtung Wahlsieger drängten, war sie ganz nah an seiner Seite: Eva Steiner, seit 20 Jahren die Lebensgefährtin von Alfred Gusenbauer. Der Arbeiterbub aus der Ybbs an der Donau hat es nach ganz oben geschafft. Und im Moment seines Triumphes schließt sie ihn ganz fest in die Arme.

An seiner Seite
Eva Steiner, am entscheidenden Wahlabend lässig in sonnengelber Bluse und quietschbuntem Streifenpulli um die Hüften, hat Gusenbauer auf seinem steinigen Weg an die Spitze durch begleitet. Und zuversichtlich an seinen Sieg geglaubt. Erst vor zwei Wochen versicherte sie in einem gemeinsamen Interview für das „Journal Panorama“, dass sie ihrem Lebensgefährten die Rolle als Bundeskanzler zutraue, und überzeugt ist, dass er die richtige Wahl sei. „Er ist ein großherziger, sensibler, gescheiter, aufrechter und engagierter Mann, der seine Aufgabe ernst nimmt und das Land liebt“, beschreibt sie ihren Partner an anderer Stelle.

Dennoch ist die Frau, die selbst die Gipfeltour im Wahlkampf mit absolviert hat, froh, dass sie den Mann an ihrer Seite nicht schon als Fulltime-Politiker kennen gelernt hat. „Hätte ich ihn in seinem derzeitigen Lebensrhythmus kennen gelernt, wäre das sicher schief gegangen“, so Eva Steiner vor zwei Jahren . „Entweder wäre ich auf der Strecke geblieben oder die Beziehung“.

Teilzeit im Wahlkampf
Dass sie Gusenbauer in harten Zeiten - wie eben dem Wahlkampf - trotzdem „nur noch im Fernsehen oder auf Wahlplakaten“ sieht, ist „part of the deal und zeitlich begrenzt“, so Steiner. Und immerhin habe sie gewusst, dass „es nicht immer einfach sein wird“. „Es gibt einen wunderbaren Spruch, an den ich mich halte“, setzt sie hinzu. „Wanderer, es gibt keine Wege. Wege entstehen, indem man sie beschreitet“. Diesen Spruch von Antonio Machado hat Steiner übrigens gerahmt und ihrem Partner geschenkt. Der ziert jetzt seit 2000 seinen Schreibtisch.

Die Sozial-Partnerin
Kennengelernt hat sich das Paar vor 20 Jahren, auf dem Maturaball am Wieselburger Gymnasium. Sie, die Scheibbserin aus konservativem Elternhaus. Er, der Ybbser, Sohn aus sozialistischem Umfeld. Seitdem sind sie zusammen. Die gemeinsame Tochter Selina ist mittlerweile 14 Jahre alt. Trotz der langen und sehr harmonischen Beziehung haben die beiden nie geheiratet. Obwohl sie sicher tausend und einmal auf die Hochzeit angesprochen wurden. Hatte doch der SPÖ-Chef schon vor der letzten Nationalratswahl eine Hochzeit in Aussicht gestellt. „Wir hätten nie sagen dürfen, dass wir das vorhaben. Wenn nicht alle so einen Hype um unsere Hochzeit gemacht hätten, hätten wir sie wahrscheinlich schon gefeiert. Aber so?. wir lassen uns nicht drängen“, erklärt Eva Steiner das Zögern.

Die Sprach-Liebhaber
Beruflich ist die 45-Jährige als Dolmetscherin tätig, für französisch und spanisch. Ein Sprachtalent, das sie mit dem Mann an ihrer Seite teilt. Spricht doch der Kanzler in spe englisch, italienisch, französisch und spanisch. Und auch Nachwuchs Selina wird – zumindest in der Schule, dem Lycée Francais – zweisprachig erzogen. Ausgelebt wird das ganze sprachliche Know-how dann in gemeinsamen Urlauben - wen wundert's - am liebsten in Spanien. In denen dann ganz unglamourös zusammen auf dem Markt eingekauft, und später gemeinsam gekocht wird. „Mein Mann ist kein Jetsetter. Er ist kein Luxusmensch. Er ist ein Genießer“, so Eva Steiner.

Rotes Kochbuch
Eben wie sie selbst. Und so teilen sie auch leidenschaftlich die anderen Hobbys: Wein und Essen. Letzteres gerne auch selbst gezaubert. Gemeinsame Kochfreunde schwärmen von seinen Fleisch - oder Fischgerichten und ihren Vorspeisen und Desserts. Die Liebe zum guten Essen, und der Partei ihres Gusi, hat Eva Steiner denn auch in einem ganz besonderen Kochbuch berücksichtigt. In „Rot is(s)t gut“ versammelt sie Lieblingsrezepte jener Menschen, „denen Österreich am Herzen liegt“. Unter anderem belieferten sie Hannes Androsch, Manfred Deix und Harald Krassnitzer. Gemeinsame Koch-Events finden gerne in der 90 Quadratmeter-Wohnung im siebten Bezirk, Gegend Spittelberg, statt. Diese sei „nicht luxuriös, aber hübsch“. Homestorys lehnt sie dennoch kategorisch ab: „Wir wollen Berufs – und Privatleben so weit wie möglich trennen. Das ist eine Notwendigkeit, um nicht von der Öffentlichkeit aufgefressen zu werden“.

Keine First Lady
Und die wird wahrscheinlich bald noch mehr wissen wollen von der Frau an der Seite des neuen Kanzlers. Was ihre neue Rolle alles beinhalten wird, weiß Eva Steiner noch nicht genau. Aber zumindest wie sie genannt werden will. Nämlich „Frau des Bundeskanzlers“ und nicht „Frau Bundeskanzler“. „Das ist ein ganz erheblicher Unterschied und immer noch besser als das schreckliche First Lady“, findet sie. Schließlich legt sie großen Wert darauf, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden – so würde sie auch im Falle einer Hochzeit ihren Namen beibehalten wollen. Dennoch ist klar, dass die nahe Zukunft einige Umstellungen mit sich bringt.

So wird sich Eva Steiner sozial engagieren, auch wenn sie sich nicht als die klassische Charity-Figur sieht. Bevorzugter Themenkreis: benachteiligte Frauen. Steiner: „So etwas mache ich gerne, aber es wird nicht mein einziger Lebensinhalt sein“. Denn der ist nach wie vor ganz klar: „Meine Familie, meine Beziehung und mein Beruf. Und ich werde versuchen, alles so zu verbinden, wie ich es bisher konnte“.

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