Kritik an Kollegen

Harte Mittermeier-Ansage: "Werde Bäcker, wenn du nichts verträgst"

Die Debatte um die Meinungsfreiheit in der Comedy-Szene schlägt hohe Wellen. Michael Mittermeier und Oliver Kalkofe finden nun deutliche Worte für Kollegen, die sich über angebliche Sprechverbote beschweren. Für die beiden erfahrenen Entertainer ist die Aufregung völlig unbegründet. 

Michael Mittermeier geht hart mit jenen Künstlern ins Gericht, die eine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit beklagen. Der 60-Jährige rät Kritikern in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sogar zum Berufswechsel: "Ich sage den Künstlern, die sich auf die Bühne stellen und sich beschweren, sie dürften nichts mehr sagen: Fahr nach Hause, heul dich bei deiner Mama aus und werde Bäcker, aber in der Comedy hast du definitiv den falschen Job." Dabei verzichtete er jedoch darauf, konkrete Namen zu nennen.

Suche nach der Verbotsliste

Harte Mittermeier-Ansage:
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Mittermeier kritisiert vor allem das Fehlen handfester Beweise für die behaupteten Einschränkungen. Bisher habe ihm niemand die "ominöse Liste der angeblich verbotenen Wörter" vorlegen können, nach der er immer wieder frage. Er vermutet hinter der Aufregung vielmehr den Wunsch, beleidigende Begriffe wie das N-Wort wieder legitim verwenden zu dürfen, obwohl diese laut dem Komiker auch früher kaum im Sprachgebrauch der Kritiker vorkamen.

Kalkofe widerspricht Zensur-Vorwürfen

Oliver Kalkofe
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Auch sein Kollege Oliver Kalkofe sieht die aktuelle Lage gelassen. Im Interview mit der deutschen Ausgabe des "Playboy" bezeichnete der 60-Jährige die Behauptungen, man dürfe heute kaum noch etwas sagen, als "völligen Unsinn". Kalkofe zog dabei einen Vergleich zur Vergangenheit: In den 70er- und 80er-Jahren sei der Einfluss von Politik und Kirche auf die Medien wesentlich stärker und offener gewesen als in der heutigen Zeit.

Angst vor dem Shitstorm

Das eigentliche Problem sieht Kalkofe nicht in gesetzlichen Verboten, sondern im gesellschaftlichen Klima. Er beobachtet eine wachsende Angst vor Kritik oder einem sogenannten Shitstorm. Bei vielen Institutionen und in manchen Medien führe dies aus "vorauseilendem Gehorsam" dazu, dass man sich selbst beschränke, anstatt mutig Position zu beziehen.

Beispiel aus den USA

Harte Mittermeier-Ansage:
© Getty Images

Dass es jedoch auch zu tatsächlichen Konsequenzen kommen kann, zeigte ein Vorfall in den USA im Jahr 2025. Damals wurde die Show des bekannten Late-Night-Talkers Jimmy Kimmel vom Disney-Konzern vorübergehend abgesetzt. Grund waren Äußerungen über einen Vorfall rund um einen Trump-Unterstützer. Während dies eine heftige Debatte über Pressefreiheit auslöste, feierte der US-Präsident Donald Trump die Sendepause öffentlich. Mittermeier und Kalkofe äußerten sich nun ohne direkten aktuellen Anlass zu dieser generellen Thematik.

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