Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland herrscht derzeit ein beispielloser Sparkurs, der nicht nur beliebte TV-Formate zu Fall bringt, sondern zunehmend auch langjährige Fernsehlieblinge ihren Arbeitsplatz kostet.
Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland weht ein eisiger Wind: Was einst als sicherer Hafen für TV-Stars und Fernsehmacher galt, ist zum Sanierungsfall geworden. ARD und ZDF legen aufgrund massiver Budgetlöcher ganze Krimireihen und Erfolgsshows auf Eis – und treffen damit nun auch prominente Gesichter.
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Abschied nach 16 Jahren: „Ein Stich ins Herz“
Besonders hart trifft es Manuela Wisbeck (42). Der „Notruf Hafenkante“-Liebling muss nach 16 Jahren den Bildschirm verlassen. Per Telefon erhielt sie die Hiobsbotschaft, dass ihre Rolle der Krankenschwester „Frauke Prinz“ aus „ökonomischen Gründen“ gestrichen wird. „Es war schon ein Stich ins Herz“, gestand Wisbeck sichtlich erschüttert auf Instagram. Dass sie dabei als „auserzählte Randfigur“ abgestempelt wurde, traf die Schauspielerin besonders hart: „16 Jahre sind eine wahnsinnig lange Zeit. Ich wusste auch gar nicht, dass ich eine Randfigur bin.“ Nach den Dreharbeiten im Juli ist für sie endgültig Schluss.
„Tatort“-Pause und Show-Aus: Die Sender bluten aus
Der Sparhammer trifft jedoch nicht nur Einzelpersonen, sondern erschüttert ganze Erfolgsformate. Der MDR hat den „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus Dresden und Magdeburg für satte drei Jahre in die Zwangspause geschickt. Schauspieler wie Martin Brambach (58) äußerten sich dazu bereits kritisch: Man zerstöre „lang aufgebaute Strukturen“, während die betroffenen Teams nun gezwungen seien, sich wie alle anderen Bürger anderweitig nach Arbeit umzusehen, „um unsere Miete zu zahlen“.
Auch der SWR zieht die Reißleine: Der Dauerbrenner „Immer wieder sonntags“ wird nach über 30 Jahren eingestellt. Stefan Mross (50) empfand das Vorgehen des Senders als „eiskalt“. Man habe ihm eine Erklärung zum „einvernehmlichen Aus“ vorgelegt, die er nur noch hätte unterschreiben müssen. Auch „Die Beatrice-Egli-Show“ wird nach acht Ausgaben eingestampft.
Finanznot trifft auf Intendanten-Gehälter
Hintergrund des Kahlschlags ist die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Weil die geplante Anpassung auf 18,94 Euro an den Bundesländern scheiterte, klagen ARD und ZDF vor dem Bundesverfassungsgericht. Der SWR beziffert seine jährliche Lücke auf 70 Millionen Euro. Während Produzenten vor dem Verlust tausender Arbeitsplätze und dem Zerfall ganzer Produktionsstrukturen warnen, bleibt ein Punkt in der öffentlichen Debatte besonders brisant: Die Intendanten-Gehälter bei ARD und ZDF, die sich weiterhin zwischen 220.000 und 430.000 Euro bewegen, bleiben von den Sparmaßnahmen unberührt. Das sorgt für Unmut – sowohl bei den betroffenen TV-Stars als auch beim Publikum, das nun auf seine gewohnten Formate verzichten muss.