Chris Hemsworth

Niki-Lauda-Film

Hemsworth: "Ihr Leben war Adrenalinrausch"

Chris Hemsworth und Daniel Brühl mimen James Hunt und Niki Lauda.

Auf der einen Seite der verbissene Ehrgeizling, auf der anderen der dauer-feiernde Lebemann: Niki Lauda und James Hunt – zwei Formel-1-Piloten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Und dennoch einte den Austrostar und seinem britischen Herausforderer 1976 ein großes Ziel: Beide kämpften sie erbittert darum, als Nummer eins des Rennzirkus in die Geschichte einzugehen.

Alpha-Duell am Ring
Knapp 40 Jahre danach kommt das Weltmeister-Duell der beiden Alphamännchen nun mit Rush – Alles für den Sieg auf die Kinoleinwand (Start am 3. Oktober). Der Deutsche Daniel Brühl (35) schlüpft in die Rolle des jungen Lauda, der australische Thor-Star Chris Hemsworth (30) gibt den Playboy Hunt. „Die zwei waren erbitterte Konkurrenten. Und menschlich das komplette Gegenteil. Diesen Kontrast beleuchten wir ausführlich“, umreißt Hemsworth im Madonna SOCIETY-Interview den Rush-Plot. Sein Resümee nach dem actionreichen Dreh: „Ich bewundere Niki und James für die Leidenschaft, mit der sie an ihren Sport herangegangen sind. Sie waren ja ständig mit dem Tod konfrontiert.“

Trailer und Filmbilder beweisen nicht nur, dass die Lookalikes den Originalen bis aufs Haar gleichen, sondern auch, dass es im Zwei-Stunden-Streifen wie in der Realität PS- und actiontechnisch ordentlich zur Sache geht.

James Hunt-Mime Chris Hemsworth im Talk mit Madonna SOCIETY

Als Leinwand-James-Hunt: Wer ist Ihr aktueller Formel-1-Favorit?
Chris Hemsworth:
(lacht) Wenn ich ehrlich bin, habe ich von der Formel 1 keine Ahnung. Gut, ich habe mich vor dem Dreh über die Basics informiert. Aber wirklich recherchiert habe ich nur über die Siebzigerjahre. Mich hat vor allem interessiert, was für Typen wirklich hinter den Rennfahrern Niki Lauda und James Hunt stecken.

Und zu welchem Resümee sind Sie gekommen?
Hemsworth:
Ich finde es großartig, mit welcher bedingungslosen Leidenschaft sie an ihren Sport herangegangen sind. In der Formel 1 warst und bist du ja ständig mit dem Tod konfrontiert, vor allem als Rennfahrer in den Siebzigern . Da braucht es eine starke Persönlichkeit. Ich glaube, dieser Job, dieser Lebensstil ist eine Sucht, ein einziger Adrenalinrausch. Niki und James wollten siegen, um jeden Preis.

Hunt hat wohl besonders viel Energie gebraucht. Er musste ja neben der Arbeit noch 5.000 Frauen vernaschen.
Hemsworth:
Ja, das ist ganz schön anstrengend. (lacht) Aber ich glaube, das hat ihm den entscheidenden Kick gegeben, nach solchen Momenten war er immer am besten. Er ist jung gestorben. Aber in den 45 Jahren, die er gelebt hat, hat er mehr erlebt als viele andere mit 70 oder 80. Er hat immer Gas gegeben, auf wie abseits der Rennstrecke, hat nichts halbherzig gemacht.

Laudas Feuerunfall
Eine der Schlüsselmomente schlechthin: Niki Laudas verheerender Feuerunfall am 1. August 1976 am Nürburgring, der ihn um ein Haar das Leben kostete. Auf der Leinwand sieht man nicht nur sein Rennauto lichterloh in Flammen aufgehen, sondern auch Niki Lauda, wie er in blutige Bandagen gewickelt vor den Augen seiner damaligen Frau abtransportiert wird. Bilder, die sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht nur im Kopf der Kinozuschauer einbrennen. „Bei einigen Szenen, die ich gesehen habe, sind mir fast die Tränen gekommen. Ich war sehr erschrocken, als ich meinen Unfall sah“, gestand Lauda schon nach der Sichtung des Rohmaterials in Madonna SOCIETY. „Der Film zeigt deutlich, dass die Formel 1 zu dieser Zeit wirklich lebensgefährlich war.“

Auch Daniel Brühl, der den Unfall beim Dreh zigfach wiederholen musste, ging das Nahtod-Erlebnis an die Nieren. „Es ist ein komisches Gefühl, einen lebenden Mythos wie Niki Lauda zu spielen. Da fühlt man sich schon ein bisschen befangen.“ Tipps holte er sich übrigens direkt vom Original: „Ich bin froh, dass Niki mich, glaube ich, ganz gut leiden kann.“

Hunts Playboy-Lifestyle
Chris Hemsworth blieb zwar das Flammenbad erspart, dafür musste er aber sein Saubermann-Image kurzzeitig über Bord werfen. Lebte seine Filmfigur James Hunt doch als Rennfahrer den klassischen „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Lifestyle. Hemsworth, im echten Leben braver Familienvater, nimmt’s mit Humor: „5.000 Frauen zu vernaschen ist ganz schön anstrengend.“

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