Im dritten Anlauf des Prozesses gegen Ex-Hollywood-Produzent Harvey Weinstein in New York hat sich eine Jury bei einem Anklagepunkt erneut nicht einigen können.
Richter Curtis Farber verkündete am Freitag, dass das Verfahren gescheitert sei. Dabei ging es um den Vorwurf der ehemaligen Schauspielerin Jessica Mann (40). Ihr Vorwurf: Weinstein soll sie im März 2013 in einem Hotelzimmer in Manhattan vergewaltigt haben. Der ehemalige Hollywood-Mogul streitet den Vorwurf ab. Laut seinen Anwälten wäre die Begegnung einvernehmlich gewesen.
- Politiker im ESC-Fieber - nur Kickl ist "kein Fan"
- Baby-News: Amira Aly ist wieder schwanger!
- Verletzt auf den roten Teppich: Klum glänzt in Cannes
In diesen Punkten konnte die Jury sich schon im vergangenen Jahr nicht einigen. Nun geht das Jury-Drama in die nächste Runde. Um 12:50 Uhr erklärten die Geschworenen: "Wir können zu keinem einstimmigen Urteil kommen. Niemand wird seine Meinung ändern."
"Ich erkläre einen Fehlprozess"
Weinstein-Anwalt Marc Agnifilo forderte nach dieser Nachricht einen Fehlprozess. Jede weitere Beratung sei nutzlos. Dagegen wollte die Staatsanwaltschaft, dass die Geschworenen weiter verhandeln sollen. Doch kurz nach 13 Uhr verkündete der Richter: "Ich erkläre einen Fehlprozess." Noch ist es unbekannt, ob das Verfahren ein viertes Mal aufgerollt wird.
Das Verfahren um Weinstein dauert jahrelang. 2020 wurde er in New York verurteilt. 2024 entschied ein Berufungsgericht, dass das Verfahren wegen Fehlern neu aufgerollt werden soll. 2025 folgte ein neuer Prozess-Anlauf. Damals konnte auch keine Entscheidung in Manns Fall getroffen werden. Der Fall ist eine Glaubensfrage. Dadurch ist es für die Jury schwer, eine einstimmige Entscheidung zu treffen. Direkte Zeugen, einen Polizeibericht aus der Zeit, medizinische Unterlagen oder DNA-Beweise gibt es nicht.
Unterschiedliche Aussagen
Mann hatte vor Gericht ausgesagt, dass sie freiwillige sexuelle Kontakte mit dem damals verheirateten Weinstein hatte. Doch an dem fraglichen Abend wollte sie keinen Sex mit ihm haben. Weinstein hat Mann dazu gezwungen.
Weinsteins Verteidigung fügte hinzu, dass Mann nach der mutmaßlichen Tat weiterhin Kontakt mit Weinstein hatte. Über Jahre hat Mann liebevolle Nachrichten dem Hollywood-Mogul geschickt, ihn getroffen und eingeladen, ihre Mutter zu treffen. Darauf reagierte die Anklage. Sie argumentierten, dass sie emotional abhängig gewesen sei und sich nicht von Weinstein entziehen konnte. Der ehemalige Produzent gab während des Prozesses keine Aussage.