Irvine Welshs Vorlage

"Drecksau": Wenn Cops abstürzen

Ein richtig mieser Bulle: "Drecksau" nach Irvine Welshs Vorlage
© Ascot Elite Filmverleih
Edinburgher Cop quält Kollegen, missbraucht Frauen und giert nach Macht.
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Die Handschrift ist deutlich zu erkennen. Die Romanvorlage zum Skript von "Drecksau" stammt von Irvine Welsh. Der Autor hat das Buch zum Film "Trainspotting" geschrieben. Auch das Kriminaldrama "Drecksau" führt die Zuschauer nun in ein subversives Milieu voller Drogen - allerdings aufseiten der Behörden. Ab 29. November im Kino.

Hier der Trailer zum Fim "Drecksau"

Film auf mehreren Ebenen
"Drecksau" spielt von Beginn an mit verschiedenen Ebenen der Realität. Schottland sei ein großartiges Land mit wundervollen Menschen, heißt es zum Beispiel, während Filmbilder gleichzeitig Obdachlose zeigen. Die Anspielungen verdeutlichen, dass dieses Drama auch ein Zerrbild der schottischen Gesellschaft ist, allerdings der im Jahr 1998, als Welshs Roman erschien. Das könnte den leicht veralteten Beigeschmack der Sozialkritik in dem Film erklären. Filme, in denen der absichtlich widerwärtige Antiheld nicht ein Fünkchen Sympathie erweckt, funktionieren selten richtig gut. "Drecksau" wird wohl nur Zuschauern gefallen, die Spaß daran haben, mit den Augen eines korrupten Soziopathen auf die Welt zu blicken - und selbst dann nur bedingt. Denn dem Darsteller James McAvoy ("Abbitte", "Wanted") gelingt es zwar recht überzeugend, in der Rolle des Detective mit jeder Menge destruktiver Energie zwischen Schizophrenie und Realität zu wüten. Doch das Verwirrspiel der Wahrnehmungen verliert zunehmend an Spannung. Wichtig für die Atmosphäre des Films ist auf jeden Fall der schottische Slang. Wenn man "Drecksau" schaut, dann also am besten in der Originalversion.

Fazit
Die Milieugeschichte ist prallvoll mit Gewalt und gehört klar ins Genre der "pulp fiction", der "dreckigen Fiktion". Zudem scheut sich Regisseur Jon S. Baird nicht, die Charaktere des Films zu Karikaturen zu verzerren und nach Kräften auf Klischees herumzureiten: von wirren Drogenexzessen auf dem Hamburger Kiez bis zu halluzinatorischen Horrorfantasien, in denen Bruce die Gesichter der Menschen als hässliche Tierfratzen wahrnimmt. Wer so viel Lust an der grotesken Übertreibung nicht mag, wird an diesem Kinoabend vermutlich wenig Gefallen finden.

(Von Franziska Bossy/dpa)

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