Wechsel nach Asien

Song Contest: Ist Israel in Wien zum letzten Mal dabei?

Die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest sorgt für heftige Diskussionen. Ein geheimer Vorschlag sieht nun vor, das Land künftig beim neuen „Eurovision Asia“ antreten zu lassen. Während die Stimmung in Wien vor dem Finale angespannt bleibt, steht die Zukunft des Landes beim ESC auf der Kippe.

In Wien blickt heuer alles gespannt auf das große Finale am Samstag, doch hinter den Kulissen wird bereits über einen drastischen Schritt beraten. Laut Berichten könnte Israel künftig nicht mehr am europäischen Wettbewerb teilnehmen, sondern zum neuen Ableger in Asien wechseln.

Wechsel zum Eurovision Asia

ESC2026_Israel_Noam Bettan
© Corinne Cumming/EBU

Das israelische Nachrichtenportal „Ynet Global“ berichtet von einem internen Vorschlag der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Israel zum „Eurovision Song Contest Asia“ zu verlegen. Dieser neue Wettbewerb soll am Samstag, 14. November erstmals in Bangkok stattfinden. In nicht öffentlichen Gesprächen wurde offenbar bereits die Stimmung bei anderen Teilnehmerländern ausgelotet, ob eine solche Verlegung Israels auf Akzeptanz stoßen würde. Der Vorschlag wird jedoch kontrovers diskutiert und stößt teilweise auf Widerstand. Da Israel geografisch nicht in Europa liegt, wird die Teilnahme ohnehin immer wieder thematisiert, auch wenn die EBU-Mitgliedschaft bisher den Verbleib sicherte.

Strenge Sicherheit für Noam

Noam Bettan mit Securitys

Noam Bettan mit Securitys

© APA/GEORG HOCHMUTH

Die aktuelle Lage hat auch direkte Auswirkungen auf den Wettbewerb in Wien. Der israelische Kandidat Noam Bettan bereitet sich unter extremen Sicherheitsvorkehrungen auf seinen Auftritt vor. Grund dafür sind politische Spannungen und massive Proteste rund um die Wiener Stadthalle. Kritiker fordern seit längerem einen Boykott und werfen dem Contest eine Politisierung vor. Mehr als 1.100 Künstler haben sich bereits gegen die Teilnahme des Landes ausgesprochen, was die Atmosphäre in der heurigen ESC-Woche zusätzlich belastet.

Boykott durch fünf Länder

Noam Bettan

Noam Bettan

© APA/MAX SLOVENCIK

Die Spannungen führen in diesem Jahr sogar dazu, dass fünf Nationen dem Wettbewerb fernbleiben. Neben Irland, Slowenien, den Niederlanden und Island nimmt auch Spanien – einer der größten Geldgeber des ESC – aus Protest nicht teil. Israel ist bereits seit 1973 dabei und konnte den Sieg viermal für sich verbuchen. Ob der Auftritt in Wien nun der letzte für das Land im europäischen Format war, bleibt abzuwarten, bis die EBU eine endgültige Entscheidung über den asiatischen Ableger im November trifft. Der ESC versteht sich eigentlich als unpolitisch, doch die aktuellen Entwicklungen fordern diesen Grundsatz massiv heraus.

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