La Freni

50. Jahre im Haus am Ring

Wiener Staatsoper feierte "La Freni"

Staatsoper ließ Mirella Freni zum Bühnenjubiläum mit eigener Matinee hoch leben.

Sie gehört im Haus am Ring quasi schon zum Inventar. Die Rede ist hier von der Opernsängerin Mirella Freni. Am 9. November ließ die Wiener Staatsoper die rüstige Sängerin anlässlich ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums hoch leben.  Denn am 9. November 1963 hatte sich Mirella Freni zum ersten Mal dem Publikum der Wiener Staatsoper vorgestellt, und zwar in ihrer Paraderolle der Mimì in "La Bohème".Und genau aus diesem Grund würdigte sie der Staatsopern-Direktor Dominique Meyer höchstpersönlich. Unter den Gratulaten befanden sich Maja Kovalevska, Barbara Rett, Plácido Domingo und Christa Ludwig.

Diashow: "La Freni": 50 Jahre Mirella Freni im Haus am Ring

Lustige Anekdote
Eigentlich hätte damals die Vorstellung bereits am 3. November stattfinden: da musste allerdings der Dirigent der Vorstellung und damalige Direktor des Hauses, Herbert von Karajan, vor den Vorhang treten und verkünden, dass die Aufführung abgesagt wird. Vorausgegangen war dem ein Streit, da Karajan den Maestro Suggeritore (Souffleur) aus Mailand haben wollte, was die Betriebsräte nicht zulassen wollten. So kam es zur Vorstellungsabsage - die Künstler waren schon in Kostüm und Maske. Also zogen sie sich wieder um, schminkten sich ab - wie Frau Freni im Zuge ihrer Matinee erzählte - und gingen zu einem Heurigen.

Opern-Stars gratulierten
Damit der Jubeltag für die "Freni" ein ganz besonderer wurde, kamen auch zwei Überraschungsgäste nach Wien um ihr zu gratulieren. Plácido Domingo und Christa Ludwig ließen es sich freilich nicht nehmen, der Grande Dame der Weiner Oper selbst Glückwünsche zu übermitteln. Alle drei haben bei der Verfilmung von "Madama Butterfly" unter Herbert von Karajan mitgewirkt - und zeigten sich zufrieden über die gezeigten Ausschnitte. Zu Tränen gerührt waren alle schließlich nach einem Ausschnitt aus "Don Carlo" mit Frenis verstorbenem Ehemann, Nicolai Ghiaurov - er war einer der größten Bässe des vergangenen Jahrhunderts. Um die Stimmung wieder aufzuheitern verriet Domingo: "Die Tenöre kriegen die Mädchen immer auf der Opernbühne. Die Bässe kriegen sie allerdings abseits der Bühne", scherzte Domingo. Als Geschenk bekam sie abschließend noch vom Staatsopern-Chef Meyer höchstpersönlich den Original-Muff aus der "La Bohem" überreicht. "Durch Modena damit spazieren gehen, werde ich allerdings nicht. Sonst glauben die Leute noch, ich bin verrückt geworden", erklärte die Opern-Diva und verriet, dass er einen Spezialplatz bei ihr zu Hause in der italienischen Stadt bekommen werde. Am Ende gab's sehr, sehr langen Applaus und Ovationen - und Hunderte Menschen, die auf ein Autogramm beim Bühnentürl warteten.