Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer

Im Talk

Krassnitzer: "Adele ist mein Lebensmensch"

TATORT. Derzeit drehen Adele Neuhauser & Harald Krassnitzer wieder.

Erstmals führte es Tatort-Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine kultige Assistentin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) für Ermittlungen nach Kärnten. Grenzland ist der Titel des neuen Austro-Tatorts, der 2013 ausgestrahlt wird. Es ist die 30. Krimifolge für Krassnitzer und das fünfte Mal, dass seine kongeniale Partnerin Bibi dabei ist.

ÖSTERREICH bat das Austro-Tatort-Duo zum offenen Talk.

ÖSTERREICH: Frau Neuhauser, die TV-Kritiker streuen Ihnen Rosen. Was macht das Verhältnis zwischen Ihnen und Harald Krassnitzer besonders?
Adele Neuhauser: Ich glaube, dass wir beide eine sehr große Direktheit haben, viel Humor und wir gehen auch gerne ins Extreme. Aber vielleicht das Wichtigste ist, dass wir ein gegenseitiges Urvertrauen haben. Und ich glaube, das spürt man.
Harald Krassnitzer: Uns beiden liegt das Grenzgängertum, die politische Incorrectness und ein Humor, der nicht aufgesetzt wirkt, der aus der Tragik kommt und dann wieder in die Komik kippt. Wir fühlen uns wie Jack Lemmon und Walter Matthau.

ÖSTERREICH: Wie schwierig ist es, da nicht in den Klamauk zu rutschen?
Krassnitzer: Wir wissen, was Humor ist und wo der Klamauk beginnt. Innerhalb der Geschichte versuchen wir unsere Grenzen auszuloten. Außerdem ist es uns wichtig, eine gewisse Form von Betroffenheit rüber bringen. Es gibt keinen Fall, der uns am Arsch vorbei geht.

ÖSTERREICH: Klingt als hätte „Tatort“ Sie zu echten Freunden gemacht?
Neuhauser: Ja, absolut.
Krassnitzer: Ganz was Neues (lacht).
Neuhauser: Sehen, das ist der Humor, den ich meine. Krassnitzer: Gestern hast du noch etwas anderes gesagt (lacht). Wir beide sind auch Lebensmenschen: Wir haben eine sehr tiefe Verbundenheit, was aber nicht heißt, dass wir rund um die Uhr am Telefon hängen. Bei so einem stressigen Job, braucht man auch mal wieder Distanz.

ÖSTERREICH: Der „Tatort“ spielt in der rechten Szene. Ein Drehbuch, das Ihnen nahe geht, weil ihr Großvater im KZ starb?
Neuhauser: Es spielt nicht explizit in der rechten Szene. Es geht darum wie, warum und wie viel Menschen verdrängen. Und wir spielen mit Vorurteilen, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.
Krassnitzer: Es geht auch darum, wie wir von Wien die Kärntner betrachten und umgekehrt. Die beiden empfinden sich eigentlich als Gegner. Wir aus Wien glauben oft, dass Kärnten das Paradebeispiel für Korruption, Verdrängung und verkappten Nationalsozialismus. Ich glaube, dass das ein Phänomen ist, das man überall in Österreich findet.

ÖSTERREICH: Welches Kärntenbild haben Sie?

Krassnitzer: Ich hatte das Gefühl, hier trifft man genauso politikverdrossene Menschen wie überall in Österreich. Hier gibt es auch viele, die die Nase voll haben von der politischen Selbstbedienung und vom Feudalgehabe. In Kärnten hat manches nur merkwürdige Auswüchse. Bei anderen Skandalen geht es mir wie vielen Österreichern, dass man die Nase voll hat. Es kotzt mich an, was und wie es passiert und warum man sich nicht zur Sauberkeit durchringen kann.

ÖSTERREICH: Hätte sich Werner Faymann dem U-Ausschuss stellen sollen?
Krassnitzer: Der Kanzler hätte sich der Verantwortung stellen müssen. Das ist das Mindeste, was von einem Politiker erwartet wird. Und ich bin überzeugt, dass er das gemeistert hätte. Ostermayer hat das gut gemacht. Damit wäre die Sache erledigt gewesen. Jetzt lastet ihm die Affäre noch immer an.

(ida)