Der Schauspieler spricht im Podcast mit Manuel Rubey ehrlich über psychische Probleme und den schwierigen Weg zur Heilung.
Ob in „Braunschlag“, den „Vorstadtweibern“ oder als kongenialer Partner von Sebastian Bezzel: Simon Schwarz (55) gilt in der Branche als die personifizierte gute Laune. Doch das Image des stets freundlichen Unterhalters ist nur die halbe Wahrheit. In der aktuellen Folge des Podcasts „Schwarz & Rubey“ fühlte ihm sein enger Freund und Kollege Manuel Rubey (47) auf den Zahn: „Warum geht's dir nicht gut, Simon, was ist los?“ Die Antwort des Wieners kam prompt und ohne Filter: „Mir geht's ja schon lange nicht gut.“
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„Der Humor ist nicht das, was ich bin“
Rubey, der Schwarz seit Jahren kennt, merkte an, dass es dem Schauspieler gefühlt „nie richtig gut“ gegangen sei. Tatsächlich klafft zwischen der öffentlichen Wahrnehmung („Wenn der Simon kommt, wird’s lustig“) und dem Privatmann ein tiefer Graben. Schwarz enthüllte nun, dass er sich in einer „sehr anstrengenden Therapie“ befindet und regelmäßig einen Psychiater aufsucht.
Der Grund für den permanenten Drang, lustig zu sein, liegt tief in der Kindheit begraben. Schwarz analysiert messerscharf, dass sein Humor ein Überlebensinstinkt war: „Ich habe gelernt, dass ich durch Unterhaltung sozusagen davon ablenken kann und der Aufschlag nicht ganz so hart ist.“ Dahinter stecke kein klassisches Mobbing, sondern eine komplexe Neurodivergenz. Sein Fazit ist so ehrlich wie bitter: „Der Humor ist nicht das, was ich bin.“
Späte Gewissheit durch ADHS-Diagnose
Bereits im Vorjahr sorgte Schwarz für Aufsehen, als er über seine späte ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter sprach. Ein Artikel über die Symptome bei Erwachsenen löste bei ihm einen emotionalen Dammbruch aus: „Und ich habe nur noch geheult. All das, was in meinem Leben bisher schiefgegangen war, hat plötzlich Sinn ergeben. Ich begriff, woran ich scheitere und was der Grund dafür ist.“ Der anschließende psychologische Test brachte die Bestätigung und eine enorme Erleichterung.
Ein „Überforderter“ schreibt es sich von der Seele
Simon Schwarz, der drei Kinder aus zwei Ehen hat, verarbeitet seine Erfahrungen nun auch literarisch. 2025 erschien sein Buch „Geht’s noch? Betrachtungen eines Überforderten“, in dem er seinen Weg durch das Labyrinth aus Selbstreflexion und psychischer Belastung nachzeichnet.
Wie lange die Therapie noch dauern wird? Das steht in den Sternen. Schwarz rechnet damit, dass ihn diese Themen noch Jahre begleiten werden. Dennoch verlässt ihn sein professioneller Instinkt nicht: Den Podcast beendete er mit einem Augenzwinkern und der typischen Schauspieler-Aufforderung: „Bleiben Sie dran!“