Sichtlich gestresst

Tierschützer nach Zutrittsverbot bei Bär Tim in großer Sorge

Bei einem geplanten Besuch von Bär Tim verweigerte der Besitzer eines privaten Zoos in Horjul in Slowenien den Tierschützerinnen den Zutritt.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten versucht derzeit verzweifelt den Bären Tim aus einer qualvollen Haltung in einem slowenischen Privatzoo zu retten und ihn in den Bärenwald Arbesbach nach Niederösterreich zu bringen. Bei einem Lokalaugenschein in Horjul verweigerte der Besitzer den Tierschützerinnen allerdings den Zutritt zum Gelände. Nur eine mitgereiste Wildtierärztin durfte einen kurzen Blick auf das sichtlich leidende Tier werfen und fordert nun dessen sofortige Umsiedlung.

Eingesperrt in der Beton-Hölle

Der Bär vegetiert in einem winzigen Gehege vor sich hin, das fast nur aus nacktem Beton besteht und kaum Abwechslung bietet. "Tim zeigte stereotype Verhaltensweisen, ein Anzeichen von Stress bei Bären in Gefangenschaft", erklärt Johanna Painer-Giger von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Das Tier lief ununterbrochen auf und ab und presste seinen massigen Körper verzweifelt gegen die Gitterstäbe des Käfigs. "Für Menschen wäre dies vergleichbar damit, ihr ganzes Leben lang in einem leeren Raum eingesperrt zu sein", sagt Painer-Giger nach ihrer Begutachtung vor Ort.

Tierschützer nach Zutrittsverbot bei Bär Tim in großer Sorge
© Vier Pfoten

Sorgen um Gesundheitszustand

Der Zustand von Tim bereitet den Experten große Sorgen, da er seit dem letzten Jahr sichtlich an Gewicht verloren hat. "Die Weigerung, uns Zugang zu Tim zu geben, ist zutiefst beunruhigend", sagt Patricia Tiplea von Vier Pfoten. Die Tierschützerin versteht nicht, warum der Besitzer so mauert, wenn es dem Tier angeblich an nichts fehlt. „Wir appellieren dringend an seinen Besitzer, ihm endlich die Chance auf ein würdevolles, bärengerechtes Leben zu geben“, so Tiplea mit Blick auf das bereits vorbereitete Gehege im Waldviertel. Dort würden auf Tim über 3.500 Quadratmeter Natur mit Bäumen und einem eigenen Badeteich warten.

Gefährliche Nähe im Raubtiergehege

Zusätzlich zum schlechten Zustand des Tieres sorgt das fahrlässige Verhalten des Besitzers Jože Rožmanec für Kopfschütteln bei den Profis. In einem aktuellen TV-Beitrag war zu sehen, wie der Mann den Bären bei weit offenstehender Käfigtür füttert und das Raubtier sogar berührt. "Ein solch direkter Umgang mit einem Bären zeugt von grober Verantwortungslosigkeit und unprofessionellem Verhalten", warnt Tiplea vor den lebensgefährlichen Aktionen. Ein solcher Kontakt sei nicht nur für den Menschen riskant, sondern bedeute für das Wildtier Tim massiven zusätzlichen Stress.

Dass eine Rettung aus slowenischen Restaurants oder Privatzoos gelingen kann, beweisen die Bären Mici und Felix, die heuer ihren ersten Frühling in Arbesbach genießen können.

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