152.000 Euro für Graf Ali Mensdorf

Wien

152.000 Euro für Graf Ali Mensdorf

EU, AMS und AWS fördern Mensdorff - Sogar für Reitstall gab es Geld.

Halb Österreich wird aus Steuergeld gefördert – warum nicht auch Graf Ali? Der Lobbyist, der in Skandalen wie Telekom und Eurofighter im Gespräch ist (es gilt die Unschuldsvermutung), soll laut Anfragebeantwortungen an den Grünen Karl Öllinger seit 2004 rund 152.000 € erhalten haben:

  • Sozialressort: Das Arbeitsmarktservice überwies 2009 für die MPA-Handelsgesellschaft 16.005,82 € an Kurzarbeitshilfe, der Forstbetrieb Mensdorff-Pouilly bekam 12.248,94 € ausbezahlt. Pikant: Das AMS hatte die Förderung zunächst abgelehnt, weil Mensdorff die wirtschaftlichen Probleme ja selbst verursacht habe. Gezahlt wurde später trotzdem. Zudem förderte das AMS Burgenland von 2005 bis 2008 mit insgesamt 90.838,64 € Wiedereingliederungen und Lehrstellen beim Grafen.
  •  Wirtschaftsressort: 2003 und 2004 bekam Mensdorff für ein Reitstall-Projekt vom Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) einen Zuschuss in Höhe von 18.958 €.
  • Agrarressort: Das burgenländische Forstgut bekam auch Bergbauernförderung: 2008 und 2009 erhielt „Graf Lobby“ wie ihn Öllinger nennt, 14.764,62 €.

Obwohl Minister Niki Berlakovich weitere Zahlungen unter Verschluss hält, rechnet Öllinger, dass Mensdorff davor und danach weitere Förderungen erhielt, sodass sich die Gesamtkosten für die Steuerzahler auf bis zu 200.000 € aufsummieren. Öllinger: „Er ist ein guter Lobbyist in eigener Sache.“

Mensdorff selbst wollte dazu keine Auskunft geben: „Ich bin im Ausland. Was sich in Wien tut, interessiert mich nicht.“ Susanne Luka von der MPA betonte dann aber, es habe sich ausschließlich um Förderungen gehandelt, „die alle vergleichbaren Betriebe bekommen, etwa für Lehrlinge und ältere Arbeitnehmer über 50“.

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