1:4-Pleite gegen WAC: Sturm Graz nur mehr Achter

Bundesliga

1:4-Pleite gegen WAC: Sturm Graz nur mehr Achter

Kärntner wahrten Europacup-Chance. Und: Admira - Ried, Grödig - Wiener Neustadt.

Sturm Graz kommt 2014 nicht in Fahrt. Die Steirer verloren am Samstagabend im vierten Frühjahrsspiel gegen den WAC mit 1:4 (1:2), sind damit im neuen Jahr weiter sieglos und fielen in der Tabelle hinter Wiener Neustadt auf den achten Rang zurück. Die Kärntner dürfen hingegen weiterhin von einem Europacup-Platz träumen, auf den Dritten Rapid fehlen aktuell nur mehr drei Punkte.

Vor 6.373 Zuschauern in der UPC-Arena sorgten Sandro Gotal (7.), Peter Zulj (21.), Dario Baldauf (53.) und Rene Seebacher (80.) im "Pack-Derby" für den Auswärtssieg. Für die Wolfsberger war es Sieg Nummer zwei im Frühjahr. Für die vor allem in der Abwehr anfälligen Grazer gelang Manuel Weber (28.) nur der zwischenzeitliche Anschlusstreffer, sie verloren damit wie schon gegen Salzburg auch das zweite Heimspiel 2014 mit 1:4. Goalie Christian Gratzei hatte damit bei seinem Comeback im Sturm-Tor - seinem ersten Einsatz seit dem 21. September 2013 - keinen Grund zum Jubeln. Auf Coach Darko Milanic dürften ziemlich unruhige Zeiten zukommen.

Die Grazer hatten sich nach der Leistungssteigerung beim 2:2 gegen Ried viel vorgenommen, legten aber einen kapitalen Fehlstart hin. Nach einem Standfest-Outeinwurf und einer Kainz-Kopfball-Verlängerung traf Gotal einen Volley genau und ließ dem Benedikt Pliquett vorgezogenen Gratzei keine Chance (7.). Bei einem Kerhe-Schuss (17.) war Sturms Kapitän dafür auf dem Posten. Vier Minuten später musste er allerdings schon wieder hinter sich greifen. Ein Linksschuss von Zulj (21.) wurde von Nikola Vujadinovic noch leicht per Kopf abgefälscht und landete im langen Eck, Gratzei kann man dabei aber wohl trotzdem nicht von jeder Schuld freisprechen.

Die Steirer blieben bis dahin vieles schuldig, kamen in der Folge aber deutlich besser ins Spiel. Nach einer Kainz-Ecke kam Weber (28.) völlig alleine am Fünfer zum Kopfball und sorgte für den Anschlusstreffer. Die Kärntner kamen durch Gotal (31.), der einen Volley aus fünf Metern etwas stümperhaft über das Tor setzte, zwar zu einer weiteren hochkarätigen Möglichkeit, sonst war von ihnen aber nichts mehr zu sehen.

Ein Vujadinovic-Kopfball wurde über das Tor abgeblockt (33.), bei einem von Boris Hüttenbrenner mit der Hand in den Corner abgewehrten Wolf-Schuss (33.) reklamierten die Grazer bei Schiedsrichter Dominik Ouschan vergeblich Elfmeter. Zudem schoss Daniel Beichler (40.) aus guter Position daneben.

Zweite Halbzeit
Zur Pause reagierte Sturms Trainer mit einem Doppeltausch. Milan Dudic kam für den angeschlagenen Michael Madl, Marco Djuricin für Patrick Wolf in die Partie. Und die Milanic-Schützlinge starteten auch gut. Ein Weber-Abschluss (50.) wurde gerade noch zur Ecke abgeblockt. Während die Hausherren also ihre Chancen vergaben, waren die Kärntner Meister der Effizienz. Einen Kerhe-Eckball verlängerte der am kurzen Eck postierte Baldauf (53.) per Kopf ins lange Eck. Damit war die Entscheidung praktisch gefallen.

Die Grazer versuchten zwar Akzente setzen, wurden aber nur bei einem Vujadinovic-Kopfball-Aufsetzer (63.), der von der Latte zurück ins Feld sprang, wirklich gefährlich. Und die Kärntner, die zuletzt ein 0:0 gegen die Austria geholt hatten, machten noch endgültig den Sack zu. Nach einem weiten Pass schlief die Grazer Hintermannschaft, beim ersten Schuss des kurz zuvor eingewechselten Seebacher konnte Gratzei noch abwehren, gegen den zweiten Versuch war er machtlos. Die Grazer haben damit im Frühjahr weiter nur zwei Punkte geholt. Die Fans skandierten beim Abgang "Wir haben die Schnauze voll".

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Admira - Ried: Punkteteilung in der Südstadt

Südstädter nach 2:2 gegen Innviertler daheim weiter seit 1997 sieglos.

Die Admira kann in der Fußball-Bundesliga vor eigenem Publikum gegen die SV Ried einfach nicht gewinnen. Die Südstädter mussten sich gegen die Innviertler am Samstag mit einem 2:2 begnügen und warten schon seit dem 31. Mai 1997 auf einen Heimsieg über die Oberösterreicher. Außerdem sind die Niederösterreicher gegen Ried seit bereits 15 Duellen ohne vollen Erfolg.

Immerhin vergrößerte Admira den Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck auf fünf Punkte. Die Rieder fielen an die fünfte Stelle zurück, sind jedoch zumindest bis Sonntag punktegleich mit dem Dritten Rapid. Kragl (48., 59.) hatte die Gäste zweimal in Führung gebracht, den Hausherren gelang durch Zwierschitz (50.) und Domoraud (82.) jeweils der Ausgleich.

In der ersten Hälfte schien noch alles auf eine Nullnummer hinauszulaufen. Vor 1.900 Zuschauern entwickelte sich ein Mittelfeldgeplänkel ohne viele Höhepunkte. Gartler (9.) und Oliva (13.) sorgten nur für den Hauch von Gefahr vor dem Admira-Tor, auf der Gegenseite ließ Schicker nach Idealpass von Thürauer die Topchance auf das 1:0 aus (40.).

Zweite Halbzeit
In der zweiten Hälfte nahm die Partie an Fahrt auf. Nach einem Angriff über Perstaller und Oliva ließ Kragl im Strafraum Zwierschitz stehen und schoss zum 1:0 für die Rieder ein (48.). Nur zwei Minuten später aber sorgte der zuvor düpierte Außenverteidiger für den Ausgleich. Von Rene Schicker optimal in Szene gesetzt, bezwang Zwierschitz Ried-Goalie Gebauer.

Die Südstädter Freude über das 1:1 währte jedoch nicht allzu lange. Admira-Goalie Kuttin rechnete bei einem Freistoß von Kragl aus 30 Metern wohl mit einer Flanke in den Strafraum und war zu weit vor seinem Gehäuse postiert, was sich rächen sollte - der Ball flog über den Schlussmann hinweg ins Tor (59.). Kurz zuvor hatte der eingewechselte Admiraner Sax aus spitzem Winkel nur die Stange getroffen (57.).

In der Schlussphase warfen die seit nun sechs Heimspielen ungeschlagenen Gastgeber noch einmal alles nach vorne und wurden dafür in der 82. Minute belohnt. Windbichler schlug eine weite Flanke auf Domoraud, der höher als Hinum sprang und den Ball aus rund zehn Metern ins Kreuzeck köpfelte. Damit sind die Rieder zwar nach wie vor als einzige Mannschaft neben Red Bull Salzburg im Frühjahr ungeschlagen, müssen aber schon seit neun Auswärtspartien auf einen vollen Erfolg warten.
 

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Grödig - Wr. Neustadt: Auswärtssieg dank Blitzstart

Wr. Neustadt nach 2:1-Erfolg bereits zwölf Punkte vor Schlusslicht Wacker.

Überraschungs-Aufsteiger SV Grödig hat am Samstag eine 1:2 (0:2)-Heimniederlage gegen Wr. Neustadt kassiert. Die Gäste aus Niederösterreich erwischten die Grödiger mit zwei frühen Treffern durch Kristijan Dobras (7.) und Matthias Koch (10.) am falschen Fuß, den Hausherren gelang vor 1.325 Zuschauern nur noch der Anschlusstreffer durch Peter Tschernegg (67.).

Die Wr. Neustädter weisen dank des ersten Auswärtserfolgs seit 30. November 2013 (3:2 gegen Sturm Graz) bereits zwölf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck auf. Grödig liegt trotz des Rückschlags nach 25 Runden weiter auf Rang zwei. Tabellenführer Salzburg könnte seinen Vorsprung am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Rapid (16.30 Uhr) auf bereits 22 Punkte ausbauen.

Die Niederösterreicher legten mit einem frühen Doppelpack den Grundstein für den Sieg. Nach Flanke von Mario Pollhammer von der rechten Seite vollendete der sträflich allein gelassene Dobras mit einem satten Schuss ins rechte Eck zum 1:0 (7.). Nur drei Minuten später präsentierte sich die Grödiger Abwehr neuerlich völlig entblößt. Nach Pass von Stefan Stangl bezwang Koch Grödig-Goalie Cican Stankovic im zweiten Versuch zum 2:0 (10.).

Die Wr. Neustädter setzten weitere offensive Nadelstiche, Thomas Fröschl (14.) und Herbert Rauter (21.) scheiterten jedoch an Stankovic. Nach rund 25 Minuten erwachten dann auch die Grödiger, die aber bei Chancen von Tomi (24.), Tadej Trdina (30.) und Stefan Nutz (35.) ihren Meister im glänzenden Gäste-Schlussmann Thomas Vollnhofer fanden.

Zweite Halbzeit
Nach der Pause lenkte Stankovic einen Schuss von Christoph Freitag an die Latte (51.). Bei dieser Aktion brach sich Stankovic gemäß erster Diagnose einen Finger und musste durch Kevin Fend ersetzt werden. Seine Teamkollegen stemmten sich verzweifelt gegen die erste Heimpleite seit 27. Oktober 2013 (0:3 gegen Salzburg), mehr als das 1:2 durch Tschernegg nach Querpass von Trdina war nicht mehr drinnen (67.).