Rot für Ribery

Bayern siegen dank Robben

Ribery musste beim 1:0-Sieg gegen Lyon schon früh vom Platz.

Der FC Bayern München darf in der Fußball-Champions League vom ersten Endspiel seit neun Jahren träumen. Deutschlands Rekordmeister setzte sich im Semifinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon in der heimischen Allianz Arena am Mittwochabend verdient 1:0 (0:0) durch und schuf sich damit eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg. Lyon steht im Kampf um den ersten Finaleinzug auf europäischer Ebene nun im Retourspiel am kommenden Dienstag unter Zugzwang.

Robben in Hochform
Der seit Wochen in Hochform spielende Arjen Robben erzielte in der 69. Minute den Treffer des Abends für die Mannschaft von Louis van Gaal. Bitterer Beigeschmack für die Bayern, bei denen ÖFB-Teamspieler David Alaba auf der Bank saß, war die Rote Karte für Franck Ribery (37.) wegen groben Foulspiels. Auch Olympique beendete die Partie nach Gelb-Rot gegen Jeremy Toulalan (54.) nur mit zehn Mann. Im zweiten Semifinale hatte Inter Mailand am Dienstag Titelverteidiger FC Barcelona mit 3:1 besiegt. Das Finale steigt am 22. Mai im Bernabeu-Stadion von Madrid.

Die noch auf das Triple hoffenden Bayern starteten vor 66.000 Zuschauern auch ohne den gesperrten Kapitän Mark van Bommel mit Elan und setzten sich mit starkem Spiel über die Flügel erst einmal in der gegnerischen Spielhälfte fest. Bastian Schweinsteiger per Kopf (13.) und vor allem Ivica Olic (20.), der nach Pass von Robben verzog, ließen sich bietende Möglichkeiten auf die schnelle Führung aber ungenutzt. Die über 850 Kilometer in Mini-Vans angereisten Franzosen wachten erst nach einer halben Stunde auf, Ederson nahm das Gehäuse der Bayern zweimal aus der zweiten Reihe unter Beschuss.

Ribery sieht Rot
Der Aufreger der Partie erfolgte sieben Minute vor der Pause. Bayerns in den vergangenen Tagen durch einen Sex-Skandal in die Schlagzeilen gerutschter Star Franck Ribery attackierte Gegenspieler Lisandro Lopez viel zu ungestüm am Knöchel, der italienische Referee Roberto Rosetti schickte den Franzosen zurecht mit Rot vom Platz. Ribery fehlt den Münchnern damit wohl auch bei einem möglichen Finaleinzug.

Die Bayern zogen sich auch in Unterzahl nicht zurück und profitierten außerdem von einer Undiszipliniertheit von Lyons Toulalan. Der französische Teamkicker holte sich innerhalb von drei Minuten zweimal Gelb wegen Foulspiels und folgte damit seinem Landsmann aufseiten der Bayern vorzeitig in die Kabine.

Im Duell Zehn gegen Zehn witterten die Münchner wieder ihre Chance. Van Gaal, der zuvor den defensiven Timoschtschuk für Olic eingetauscht hatte, setzte mit der Hereinnahme von Mario Gomez erneut auf Offensive. Die Lyonnais hingegen blieben wie auch schon nach dem Ausschluss von Ribery ihrem Defensivkonzept treu und warteten aus einer sicheren Abwehr auf den Konter.

Doch die Bayern hatten mit Arjen Robben einen in Hochform agierenden Akteur in ihren Reihen. Der erneut groß aufspielende Niederländer verzog zunächst nur knapp (61.), ehe er mit etwas Hilfe von Mitspieler Thomas Müller zuschlug. Robben zog aus großer Distanz ab, via dem Hinterkopf von Müller schlug der Ball im Gehäuse der Gäste ein. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Münchner das Spiel ohne viel Mühe.

FC Bayern München - Olympique Lyon Endstand 1:0 (0:0).
Allianz Arena, 66.000 Zuschauer, SR Roberto Rosetti (ITA).
Rückspiel am kommenden Dienstag im Stade Gerland.
Tor: 1:0 (69.) Robben

Zum Nachlesen auf der nächsten Seite: Der oe24-Countdown zum CL-Knaller Bayern - Lyon!

20:05 Uhr: Bayern mit Veränderungen: Der gesperrte Bayern-Kapitän Mark van Bommel wird heute durch Danijel Pranjic ersetzt. In der linken Abwehr spielt Contento statt Badstuber.

19:45 Uhr: Claude Puel, Trainer von lyon, ist hochmotiviert. Sein Respekt vor dem FC Bayern hält sich in Grenzen, die Chancen seiner Mannschaft schätzt er mit 50 Prozent ein.

19:10 Uhr: Bayern-Trainer Louis van Gaal konnte sich nicht optimal vorbereiten, weil er bis Dienstagnacht bei der Beerdigung seiner Schwiegermutter in den Niederlanden weilte. Er fehlte beim Abschlusstraining.

18:40 Uhr: Die Verlegung eines Meisterschaftsspiels in der französischen Liga erzürnt den FC Bayern München im Vorfeld. Die französische Liga gewährt Lyon vor dem Halbfinal-Spiel somit eine längere Pause.

17:50 Uhr: Das entscheidende Rückspiel in Lyon folgt am kommenden Dienstag. Zuletzt standen die Bayern im Jahr 2001 im Finale der europäischen Königsklasse. Damals gewannen sie den Titel auch.

17:15 Uhr: Bei den Bayern tauchten zuletzt immer wieder mögliche Kandidaten für die Position des Torwarts auf. Sportdirektor Christian Nerlinger klärte bei "Sky" auf: "Wir sind mit Jörg Butt sehr zufrieden und er wird auch in der nächsten Saison unsere Nummer eins sein."

16:35 Uhr: Die Wettervorhersage für München lässt gutes Fußball-Wetter erwarten. Temperaturen um die 10 Grad und ein klarer Himmel lassen auf einen vergnüglichen Fußballabend hoffen.

15.40 Uhr: In den Sex-Skandal rund um französische Teamspieler kommt wenige Stunden vor Anpfiff auch wieder Bewegung. Die im Mittelpunkt stehende - zum "Tatzeitpunkt" minderjährige - Prostituierte hat gegenüber der Polizei zugegeben, dass sie Kontakt zu Bayerns Ribery hatte. Allerdings soll auch bei Gegner Lyon ein Spieler betroffen sein, nämlich Govou. Mehr dazu lesen Sie hier.

15.10 Uhr: Der ehemalige Bayern-Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld tippt heute auf einen Erfolg seines Ex-Teams: "Die Bayern sind Favoriten, aufgrund ihrer überragenden Klasse in der Offensive." Zugleich warnt Hitzfeld aber auch vor Überheblichkeit: "Jeder erwartet, dass sie ins Finale kommen. Man hat Manchester ausgeschaltet - wer ist da schon Lyon? Aber das ist eine gefährliche Sichtweise."

14.40 Uhr: Interessant auch die Beziehung von Franck Ribery zu Lyon. Mit Metz und Marseille konnte Ribery in 4 französischen Ligaspielen nie gegen Lyon gewinnen. Im französischen Cup schaltete er Lyon mit Marseille jedoch gleich zwei Mal aus - ein Spezialist für K.o.-Duelle mit Lyon also.

14.02 Uhr: Die Champions League-Bilanz der beiden Clubs gegeneinander ist übrigens ausgeglichen: Bei 6 Duellen gab es jeweils 2 Siege, 2 Niederlagen und 2 Remis. Das letzte Mal trafen Bayern und Lyon in der Grujppenphase der vergangenen Saison aufeinander. Im Hinspiel in München gab es ein 1:1, das Rückspiel in Lyon gewannen die Bayern mit 3:2.

13.35 Uhr: Völlig überraschend ist Mittwoch Mittag noch ein kleines Kontingent an Tickets für das Spiel in den Verkauf gegangen. 200 Tickets der ersten Kategorie (zu je 100 Euro) waren ab Mittag an der Stadionkassa noch zu erhalten. Zusätzlich gibt es noch 100 Karten für den Gästeblock. Für diese Tickets muss man jedoch nachweisen können, dass man französischer Staatsbürger ist.

13.04 Uhr: Für Lyon ist das heute übrigens die erste Teilnahme an einem Champions League-Halbfinale. Die Bayern hingegen haben in dieser Europacup-Phase bereits sieben Siege vorzuweisen.

12.33 Uhr: Die Bayern haben über keine Personalprobleme zu klagen - auch Miro Klose sollte nach seiner Darminfektion vom Wochenende wieder fit sein. Allerdings spielte der DFB-Teamstürmer zuletzt keine große Rolle in den Überlegungen von Van Gaal. Zwei Spieler fehlen allerdings wegen Sperren: Mark van Bommel und Holger Badstuber.

12 Uhr: Lyon-Coach Claude Puel nahm vor allem die lange Busreise mit Humor: "Der Trip war kein Problem, immerhin kennen wir jetzt die französische und deutsche Landschaft etwas besser!" Und etwas ernster: "Wieso sollte im Halbfinale für uns Endstation sein? Jetzt ist alles möglich, nicht nur für die Bayern, sondern auch für uns."

11.40 Uhr: Apropos Liandro: Der Starstürmer ist und mit 22 Pflichtspieltreffern erfolgreichste Torschütze der Franzosen, ist seit dem letzten Wochenende angeschlagen. Im Spiel gegen Bordeaux erlitt der Argentinier eine Knöchelverletzung und wird von der UEFA für heute Abend sogar als "fraglich" eingestuft. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass da auch viel Show und Taktik dahintersteckt. Es würde uns überraschen, würde Lisandro heute Abend nicht auflaufen.

11.10 Uhr: Für den französischen Ex-Bayern-Spieler Willy Sagnol stehen die Chancen 50:50. Sein Erfolgsrezept für die Bayern: Stürmer-Star Lisandro Lopez ausschalten: "Er ist schnell und spielt sehr gut. Wenn es Demichelis und Van Buyten gelingt, gegen ihn konzentriert zu spielen und ihn auszuschalten, dann haben die Bayern Chancen aufs Endspiel."

10.35 Uhr: Die Franzosen geben sich, wie Barcelona zuvor, auch trotz der langen Busreise optimistisch. Hugo Lloris, der Keeper von Lyon, meinte: "Unsere Einstellung ist, dass wir positiv denken müssen. Natürlich war die lange Anreise nicht optimal, aber wir sind froh, überhaupt in München zu sein und freuen uns schon auf das Spiel."

10.05 Uhr: Bei den Bayern geht es derzeit abseits des Platzes auch fast mehr rund, als am Platz: Vor allem die Sex-Affäre, in die nun auch Superstar Franck Ribery gezogen wurde, lässt an der Münchener Säbenerstraße niemaanden zur Ruhe kommen. Zu allem Überdruss fehlte Trainer van Gaal wegen des Begräbnisses seiner Schwiegermutter auch beim Abschlusstraining.

9.30 Uhr: Große Töne will man im Lager der Bayern vor der Partie ausnahmsweise nicht spucken. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rumenigge sieht die Chancen auf einen Finaleinzug bei "50:50". Coach Van Gaal will vor allem, dass hinten die Null steht: "Lieber ein 0:0 oder 1:0 als ein 2:1", so der Niederländer, der überzeugt ist, dass sein Team "auswärts immer für ein Tor gut sind."

9 Uhr: Man darf gespannt sein, wie die Franzosen die Reisestrapazen wegstecken. So wie Barcelona nach Mailand, musste auch Lyon mit dem Bus nach München anreisen, da wegen der Vulkanaschewolke nicht an einen Flug zu denken war.

8.32 Uhr: Im Lager der Bayern ist man schon heiß auf die Partie. Philipp Lahm ist "voller Adrenalin und kann es kaum erwarten, dass es endlich los geht." Für Coach Van Gaal war das Spiel zuletzt gegen Hannover eine optimale Vorbereitung, da Hannover „das exakt selbe System wie Lyon spielt.“

8 Uhr: Ganz München fiebert dem heutigen CL-Hit entgegen. Die Allianz Arena ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wer keine Tickets bekommen hat, trifft sich mit Freunden in einer Bar, um die Bayern gegen Lyon zum Sieg zu peitschen.