Sex-Affäre

Muss Ribery jetzt ins Gefängnis?

Heute sehen wir Ribery live in ORF 1. Da spielt er mit Bayern gegen Lyon.

Eigentlich war Franck Ribery (27) als Teilnehmer der internationalen Pressekonferenz vor dem heutigen Champions-League-Halbfinal-Hinspiel gegen Lyon angekündigt. Doch die sagte er kurzfristig ab. „Wir müssen uns aufs Sportliche konzentrieren“, sagt Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger.

Doch angesichts der Verdächtigungen, die im Raum stehen, wird das aber für den Franzosen vor dem so wichtigen Fußballspiel nicht leicht sein. Er ist in einen Prostituierten-Skandal verwickelt (ÖSTERREICH berichtete). Diese Affäre war vom französischen TV-Sender M6 enthüllt worden.

Pariser Zuhälter „Abou“ vermittelte auch Lolitas
Die Chronologie der Affäre: Bei den Ermittlungen gegen einen Zuhälterring stieß die Polizei auf den Luxus-Nachtklub Café Zaman am Pariser Prachtboulevard Champs Élysées. Hier soll ein Callgirl-Ring organisiert worden sein, der sich um reiche Kunden kümmerte. Und um Fußballstars, die nach Länderspielen dort gerne feierten. Das Zaman wurde übrigens inzwischen geschlossen, der Besitzer des Lokals, dessen Bruder und zwei weitere Personen bereits in Haft genommen. Ein Zuhälter namens „Abou“ soll der Chef des Callgirl-Rings gewesen sein, dem mehr als zwanzig junge, auch minderjährige Frauen zugerechnet werden. Nicht alle arbeiteten in dem Café, einige wurden von „Abou“ aufgrund seines umfangreichen Telefonverzeichnisses zu Hause an prominente Freier vermittelt. So auch an Ribery und Frankreichs Teamstürmer Sidney Govou, der beim heutigen Bayern-Gegner spielt.

Ribery war vor einer Woche beim Untersuchungsrichter
Der Bayern-Star hat laut der französischen Nachrichtenagentur AFP gegenüber dem Pariser Untersuchungsrichter André Dando zugegeben, sexuellen Kontakt mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Bei der Vernehmung in der vergangenen Woche soll Ribery allerdings auch erklärt haben, dass er nicht wusste, dass das Lolita-Callgirl aus Marokko damals noch minderjährig war. Pikant: Laut der Sportzeitung L´Equipe soll der Bayern-Profi des Weiteren ausgesagt haben, dass er das Mädchen auch schon nach München kommen hatte lassen. In Frankreich stehen auf Sex mit einer minderjährigen Prostituierten bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 45.000 Euro. Ob Anklage gegen Ribery erhoben wird, ist noch offen.

Ribery-Anwältin: Franck nur als Zeuge befragt
Laut Ribery-Anwältin Sophie Botait ist ihr Klient aber nur als Zeuge befragt worden: „Seine Anhörung hat ausschließlich mit einem Bekannten zu tun. Er wurde als Zeuge befragt, für uns ist die Geschichte erledigt.“ Aus Gerichtsquellen heißt es auch, Untersuchungsrichter Dando gehe es mehr um die Zuhälter als um die Kunden. Riberys Ehefrau dürfte trotzdem von der Diskussion wenig begeistert sein. Wegen Wahiba Belhami, die aus Algerien stammt, war der Franzose 2002 sogar zum Islam konvertiert. Franck hat mit ihr zwei Töchter (Hiziya und Shahinez), kennt sie schon seit ihrer Schulzeit.