Didi: "Keine Angst um meinen Job"

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Didi: "Keine Angst um meinen Job"

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Spekulationen um Ablöse lassen Teamchef kalt. Daum verhält sich nobel.

VOTING: SOLL DAUM NEUER TEAMCHEF WERDEN?

Alle fragen sich, wie lange Constantini noch Teamchef ist. Beantworten kann das nur ÖFB-Boss Leo Windtner . Er kommt Dienstag Abend nach Klagenfurt , trifft sich vor der Trainertagung im Arcotel mit Didi. Krisengipfel am Wörthersee!

Im Interview mit ÖSTERREICH hat Windtner verkündet, dass Constantini selbst dann bleibt, wenn er das freundschaftliche Ländermatch am Mittwoch in der EM-Arena gegen die Slowakei verlieren sollte (20.30 Uhr, live in ORF eins). Der ÖFB-Präsident: „Didi hat eine faire Bewährungschance verdient. Außerdem haben wir in der EM-Qualifikation noch vierzig Prozent der Spiele vor uns.“

Team spielt für den Trainer
Die Mannschaft möchte sich Mittwoch besonders ins Zeug legen – auch wegen Constantini! Christian Fuchs weiß: „Wir können mit einer Top-Leistung dafür sorgen, dass es keine Diskussionen mehr gibt.“ Martin Harnik sagt: „Zuerst rollt immer der Kopf des Trainers – normal. Aber es liegt auch an uns, das zu verhindern. Wir werden alle Spekulationen mit einem Sieg über die Slowaken im Keim ersticken.“

Constantini strahlte beim ersten Training große Coolness aus. Fotografen und Kamerateams scharten sich um ihn. Didi wurde auch von Autogrammjägern belagert. Er hatte für jeden ein freundliches Wort übrig.

Zur Pressekonferenz erschien er nicht. ÖSTERREICH sprach mit ihm:

ÖSTERREICH: Herr Constantini, Sie wirken überaus locker – ist das nur gespielt oder sind Sie wirklich so gelassen?
Didi Constantini: Warum sollte das gespielt sein? Nein, ich bin gelassen und bleibe auch gelassen – egal, was kommt.

ÖSTERREICH: Klingt nicht so, als hätten Sie Angst um Ihren Job?
Constantini: Ich habe keine Angst und mache mir keine Sorgen. Und ich kämpfe auch nicht um meinen Job. Entscheidend ist nicht, was mit mir passiert, sondern wie sich die Nationalmannschaft entwickelt. Nur darum geht es – und um sonst nichts.

ÖSTERREICH: Lassen Sie die heißen Diskussionen um Ihre Person kalt?
Constantini: Noch einmal: Ich bin nicht entscheidend. Mir geht der Zirkus langsam auf die Nerven. Da wird viel zu viel Theater gemacht. Das ist alles lauwarm.

ÖSTERREICH: Lauwarm?
Constantini: Ja, lauwarm. Ist doch logisch, dass der Trainer in Frage gestellt wird, wenn die Ergebnisse nicht passen. Als Vereinstrainer darfst du auch nicht zu oft verlieren, sonst bist du weg. Genauso ist es beim Nationalteam. So läuft das Spiel.

ÖSTERREICH: Präsident Windtner und Sie haben bereits in der Vorwoche lange telefoniert. Ist damit alles ausgeräumt?
Constantini: Das Gespräch war okay. Leo Windtner ist der Chef. Er darf sagen, was er will – ob die Aussagen jetzt alle glücklich gewesen sind oder nicht, ist ein anderes Thema.

ÖSTERREICH: Sie brauchen Siege. Ist das am Mittwoch gegen die Slowakei machbar?
Constantini: Klar. Unser Ziel ist es, so forsch aufzutreten wie gegen Deutschland. Das erwarten auch die Leute von uns. Doch die Slowaken sind stark. Sie waren vor der WM drei Monate zusammen.

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Daum: "Didi macht guten Job"
Das heißeste Gesprächsthema im Teamcamp am Wörthersee: die Spekulationen, wonach Christoph Daum Trainer der Nationalmannschaft wird. Im Interview mit dem Kicker bestätigte der Deutsche, dass er aus dem ÖFB-Umfeld kontaktiert worden sei. Daum stellte klar: „Solange Österreich einen Teamchef hat, gibt’s keine Verhandlungen. Das wäre pervers. Außerdem macht Didi Constantini einen sehr guten Job.“ Nobel!

Kein Geheimnis: Daum hat sich während seiner Zeit als Trainer der Austria (Meister) in Wien verliebt. Und: Er sieht es als Riesenherausforderung, unsere Nationalelf zu einem Großereignis zu führen. ÖFB-Boss Leo Windtner sagt: „Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum Daum verkündet, Kontakt mit uns gehabt zu haben. Ich habe jedenfalls nicht mit ihm gesprochen. Er ist sicher interessant, gehört als Trainer zur Top-Kategorie.“ Windtner weiter: „Durch ÖSTERREICH habe ich erfahren, dass es für ihn reizvoll wäre, unser Team zu betreuen. Ich bin jedoch zu Didi Constantini loyal.“

Bleibt Constantini bis Jahresende?
ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig zu den ganzen Trainerdiskussionen: „Wir haben einen Teamchef – und der heißt Constantini. Er wird seinen Vertrag bis Jahresende erfüllen. Das sind auch die Worte des Präsidenten.“

Ob Daum danach zum Thema werden könnte? Ludwig: „Das ist Sache von Leo Windtner und des ÖFB-Direktoriums ...“

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