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1. Interview

Constantini: "So rette ich das Team"

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Heute wird Didi Constantini im Intercontinental-Hotel in Wien als neuer ÖFB-Teamchef präsentiert. In ÖSTERRICH erzählt er vorab über seine Ziele und Pläne.

ÖSTERREICH: Gratulation zum neuen Job. Warum sind Sie der richtige Mann für unser Team, Herr Constantini?

Dietmar Constantini: Das wird sich zeigen, ob ich der Richtige bin. Aber ich kann versprechen, dass ich meine ganze Kraft investiere, um die Aufgabe zu bewältigen. Es macht mich stolz, Teamchef zu sein. Das ist eine ganz große Ehre, aber auch eine Riesenverantwortung. Der stelle ich mich.

ÖSTERREICH: Ist das nicht eine Mission impossible, Didi?

Constantini: Nein. Wenn du als Trainer diesen Job willst, dann musst du auch an diese Mannschaft glauben. Und ich glaube ans Team – das ist die Voraussetzung.

ÖSTERREICH: Aber unser Team liegt am Boden – oder sehen Sie das anders?

Constantini: Sagen Sie mir den idealen Zeitpunkt, wann ein Trainer einsteigen soll? Wenn die Mannschaft ganz oben ist? Nein – jetzt ist der Zeitpunkt ideal!

ÖSTERREICH: Werden Sie viel verändern?

Constantini: Als Teamchef hast du nicht so viel Zeit wie ein Klubtrainer. Du musst bei der Auswahl der Spieler nur ins richtige Körbchen greifen. Das ist die große Kunst.

ÖSTERREICH: Karel Brückner hatte offensichtlich nicht den idealen Draht...

Constantini: Wichtig ist die Kommunikation...

ÖSTERREICH: Ganz ehrlich: Hätten Sie gedacht, dass die Euphorie nach der EURO so schnell weg sein würde?

Constantini: Es ist wirklich sehr schnell gegangen. Das hat wahrscheinlich keiner vermutet. Aber es ist eben so im Fußball. Da weißt du nie, was kommt. Andererseits kann das Pendel auch sehr schnell in die andere Richtung ausschlagen und alle sind wieder begeistert. Das ist vor allem in Österreich so. Und das ist der große Hoffnungsschimmer.

ÖSTERREICH: Haben Sie die heftige Kritik an der Arbeit von Brückner verstanden?

Constantini: Ich habe viel Respekt vor ihm. Karel Brückner ist ein echter Fachmann, ein großer Trainer. Trotzdem hätte er mehr in Österreich sein müssen. Oder er hätte sagen müssen, dass er gesundheitlich schwer lädiert ist.

ÖSTERREICH: Das heißt, Sie werden oft in Wien sein – auch als Tiroler?

Constantini: Das ist doch ganz selbstverständlich. Das Nationalteam muss man von Wien aus lenken.

ÖSTERREICH: Ihre Familie wird da nicht erfreut sein?

Constantini: Meine Töchter sind 15 und 17. Die brauchen mich doch gar nicht mehr so wie früher.

ÖSTERREICH: Demnach haben Sie auch von Ihrer Frau Irmi grünes Licht bekommen?

Constantini: Klar. Die kennt mich seit zwanzig Jahren, weiß, wie ich ticke – und sie unterstützt mich voll. Sie hat gesagt: Mach es, Didi!

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