Meister-Coach kostet 250.000 Euro Ablöse

Verhandlungs.Marathon

Meister-Coach kostet 250.000 Euro Ablöse

Als Teamchef casht er 600.000 Euro im Jahr. Sturm bekommt Mega-Ablöse.

Wenn sich ÖFB-Boss Leo Windtner und Foda bei den Verhandlungen einigen, wird das ÖFB-Direktorium die Entscheidung am Freitag offiziell absegnen. Foda wäre unser erster deutscher Teamchef. Er sagt: „Es ist eine große Ehre, als Kandidat für so eine wichtige Position gehandelt zu werden.“

Nur Karel Brückner hat als Teamchef mehr verdient
Sein Vertrag bei Sturm endet im Juni 2012. Der ÖFB muss für den Meistermacher eine Ablöse zahlen. Die soll sich zwischen 200.000 und 250.000 Euro bewegen. Windtner, von ÖSTERREICH darauf angesprochen: „Das kratzt mich nicht, was da für Summen herumgeistern. Franco Foda und ich werden uns zusammensetzen und in Ruhe über alles reden. Es ist noch nichts fixiert. Ich will die beste Lösung und keinen Schnellschuss.“

Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber stellt im Interview mit ÖSTERREICH klar: „Ich hoffe noch immer, dass der Trainer bei uns bleibt. Aber falls er wirklich weg möchte, bringt es nichts, ihn mit Gewalt umzustimmen. Einen Franco Foda kann man nicht aufhalten.“

Stockenhuber betont auch: „Der ÖFB geht korrekt vor. Ich lege Franco keine Steine in den Weg. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren zu gut zusammengearbeitet.“

Wenn diese Woche alles wie geplant abläuft, wird Foda mit einer Jahresgage von rund 600.000 Euro brutto einer der bestbezahlten österreichischen Teamchefs aller Zeiten.

Nur Karel Brückner hat noch mehr verdient. Der Tscheche soll auf 700.000 Euro brutto gekommen sein. Brückner war die Idee von Windtners Vorgänger Friedrich Stickler.

Didi Constantini kassiert etwa 400.000 Euro brutto. Foda ist allerdings eine andere Kategorie. Er steht in der deutschen Bundesliga hoch im Kurs – und dort beginnen die Verhandlungen erst bei 500.000 Euro ...

Windtner: „Wir müssen auf die Qualität schauen“
Der ÖFB greift tief in die Tasche. Windtner: „Wir haben nicht vor, Millionen zu verpulvern. Andererseits müssen wir auf die Qualität schauen.“ Und Foda bürgt für Qualität!

 

Seite 2: Fix: Foda bekommt alle Macht als Teamchef


Mittlerweile ist klar: Foda hat große Lust, österreichischer Teamchef zu werden. Das war nicht immer so. 2009, nach dem Ende der Ära von Karel Brückner, meinte der Sturm-Trainer noch, er wolle lieber jeden Tag am Platz stehen.

Ein Sir. ÖSTERREICH traf Foda vor dem Türkei-Match bei der „Bruno-Gala“ in Wien. Da wurde er von der Fußballer-Gewerkschaft als „Trainer des Jahres“ geehrt. Gattin Andrea war mit dabei. Bemerkenswert, wie er die Spekulationen vom Tisch wischte. Foda sagte ÖSTERREICH: „Ich schätze Didi Constantini, würde sowieso nie schlecht über einen Kollegen reden. Das ist tabu. Wir Trainer haben doch alle ähnliche Probleme. Wir müssen uns helfen.“ Ein Sir!

So kennt man Foda: Smart, sachlich, nüchtern – ein akribischer Arbeiter. Ehefrau Andrea verriet einmal: „Wir stehen mit Fußball auf und gehen mit Fußball ins Bett.“ Sie hat ihn immer unterstützt, ist Stammgast im Stadion – auch weil sich die beiden Söhne Sandro und Marco dem Fußball verschrieben haben. Sandro (21) spielt selbst im Mittelfeld von Sturm.

„Großes Potenzial“
Foda, der vor wenigen Monaten noch eher in die deutsche Bundesliga tendierte, hat auch umgedacht, weil das Team großes Potenzial hat. Zum 2:6 in Deutschland meint er: „Dort hat sogar Brasilien verloren. Aber ich habe auch schon viele gute Spiele der Nationalmannschaft gesehen.“

Bereits diese Woche soll alles klar sein. Foda bringt seinen eigenen Trainerstab mit. Er lebt Professionalität vor. Fix auch: Die Liga wird ihn voll unterstützen.