Hartberg - Tirol

Trotz Unterzahl im Finish

2:2 - Tirol rettet Punkt gegen Hartberg

Der WSG Tirol verpasst es die Rote Laterne abzugeben und rettet einen Punkt gegen Hartberg - 2:2.

Die WSG Tirol steckt weiter im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga fest. Nach Gegentoren zu Beginn jeder Hälfte kam die Mannschaft von Trainer Thomas Silberberger im Heimspiel gegen den TSV Hartberg am Sonntag nicht über ein 2:2 hinaus. Immerhin stimmte bei den Kristallkickern die Moral: Im spannenden Finish wurde in Unterzahl der neunte Punkt der Saison erkämpft.

Hier alle Details zum Spiel

Wie eng es nach Abschluss der Hinrunde des Grunddurchgangs zugeht, zeigt sich nicht zuletzt am Beispiel der Tiroler, die als Schlusslicht nur vier Punkte vom Sehnsuchtsziel Platz sechs (Hartberg) entfernt liegen. Manfred Gollner mit einem Foulelfmeter (4.) und Donis Avdijaj (49.) brachten Hartberg zweimal in Front. Die WSG antwortete mit Toren von Thanos Petsos (44.) und Maxime Awoudja (84.). WSG-Goalie Ferdinand Oswald verletzte sich bei seiner Rettungstat, die zum Ausschluss führte (79.).

Blitz-Elfmeter

Oswald stand schon früh im Mittelpunkt. Der Schlussmann verursachte mit einer indisponierten Attacke gegen Jürgen Heil den Elfmeter, der zum 0:1 führte. Gollner verwandelte den Strafstoß mit einem platzierten Schuss ins rechte untere Eck (4.).

Das Heimteam, das nach wenigen Sekunden durch Thomas Sabitzer (1./Kopfball drüber) die erste Chance vorgefunden hatte, erarbeitete sich danach ein Übergewicht mit dem Ball. Zumeist war aber an zweikampfstärkeren Hartbergern Endstation.

In der 17. Minute gab es auch im Strafraum der Steirer Elfmeteralarm. Giacomo Vrionis spektakulärer Sturz nach Haken gegen Matija Horvat war zu wenig für einen Elfmeterpfiff (17.). Fünf Minuten später wühlte sich Sabitzer zur Topmöglichkeit, setzte den Ball aus schwierigem Winkel knapp am langen Eck vorbei (22.).

Der verdiente Ausgleich glückte den Tirolern kurz vor der Pause. Nach einem per Kopf unzureichend geklärten Freistoß nahm Petsos am Strafraumeck Maß, der Schlenzer schlug sehenswert rechts unten ein (44.).

Böses Foul - mit Trage abtransportiert

Die Hoffnung auf den zweiten Saisonsieg erhielt aus Tiroler Sicht gleich nach dem Seitenwechsel wieder einen Dämpfer. Erneut patzte die Hintermannschaft früh. Der gesundete Innenverteidiger Awoudja ließ Avdijaj gewähren, und dieser schoss trocken zu seinem zweiten Saisontor ein.

Die WSG überstand in der Folge einige brenzlige Momente und fand mit einem Sabitzer-Kopfball nach Flanke von Renny Smith eine ausgezeichnete Ausgleichsmöglichkeit vor (69.). Zehn Minuten später verloren die Tiroler Oswald, der nach einem Foul an Nemanja Belakovic knapp außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah und sich zudem möglicherweise schwer verletzte. Der 30-Jährige wurde mit der Trage vom Feld gebracht.

Dennoch stimmte im Tiroler Team die Moral: Awoudja nahm einen langen Ball mit dem Knie an, verwandelte dann volley - und machte so auch seinen Bock vor dem 1:2 wieder gut.
 

Stimmen zum Spiel:

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): "Wenn man permanent mit einem Gegentor startet, ist es schwierig. Das war nicht unser Plan. Wir kriegen zu billige Gegentore, und im Gegenzug hat der Sabi (Thomas Sabitzer, Anm.) zwei Hunderter vergeben. Wir hätten dieses Spiel heute schon gewinnen können, am Ende des Tages musst du froh sein, dass du in Unterzahl noch den Punkt holst. Jetzt heißt es Profi zu sein. Das heißt nicht nur ein schönes Leben führen, sondern permanent die Physis in Anspruch nehmen, im Kopf auch Profi zu sein. Das vermisse ich bei einigen - auch jungen - Spielern von uns. Und deshalb haben wir eine relativ lange Ausfallliste, die aber nicht dem Training geschuldet ist."

Zur Verletzung von Goalie Ferdinand Oswald: "Die Erstdiagnose ist desaströs, da reden wir von einem Kreuzbandriss."

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): "Nach dem 1:0 ist eine Lockerheit hineingekommen, wir haben Passfehler gemacht und oft die falschen Entscheidungen getroffen. Dann hat Wattens das Spiel übernommen und auch verdient den Ausgleich gemacht. Es muss sich jeder Spieler an der Nase nehmen, weil einfach viel mehr möglich war. Die Mannschaft hat heute nicht den Tag gehabt, den du brauchst, um so ein Spiel zu Ende zu spielen und klar zu gewinnen. Wir haben unser Hauptziel - verlieren verboten - erreicht, aber es tut schon richtig weh, wenn du so ein Spiel nicht über die Runden bringst."