Meisterhelden von tausenden Fans in Linz empfangen - Kapitän Horvath: "Es ist ein Wunder, wir waren am Boden" - Königsklasse und Millionen winken. Kühbauer mit Gesangseinlage
Rasch haben sich die LASK-Akteure nach der Tellerübergabe und den ersten Feierlichkeiten in Wien in die Heimat aufgemacht, um am Vorplatz der Linzer Raiffeisen Arena den ersten Meistertitel seit 61 Jahren ausgiebig zu zelebrieren. Tausende schwarz-weiße Anhänger empfingen ihre Helden mit lautstarken "Doublesieger"-Gesängen und läuteten eine lange Partynacht ein. Dietmar Kühbauer gehört nun zu jenen zehn Fußballern, die als Spieler und Trainer österreichischer Meister wurden.
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Meister-Trainer Didi Kühbauer wurde auf der Linzer Meisterfeier zum umjubelten Vorsänger:
"Freudentaumel in Linz: Die Nacht wurde zum Tag", titelte das Linzer Volksblatt im Jahre 1965 nach dem historisch ersten Meistertitel. Ähnliche Schlagzeilen waren auch diesmal in den Zeitungen zu erwarten. "Wir haben etwas Utopisches geschafft. Heute gehen wir über Grenzen, soll die Leber morgen zwicken", sagte Kühbauer und fügte hinzu: "Das, was die anderen nicht trinken, trinke ich für sie." Nach dem bisher größten Triumph seiner Trainerkarriere verneigte sich der oft mit Lob sparende Burgenländer vor seiner Meister-Mannschaft. "Ich würde alle Jungs adoptieren, weil sie es einfach so gut gemacht haben. Wir haben Woche für Woche abgeliefert, jeden Gegner aus dem Rennen genommen", meinte der Coach.
"Er ist einfach der Kühbauer"
Mit einer unfassbaren Leistung habe sein Team in Wien das Meisterstück mit einem 3:0-Erfolg bei der Austria letztlich perfekt gemacht. Sein eigener Anteil ist aber nicht hoch genug einzuordnen. Als Vorletzter übernahm der 55-Jährige im Oktober eine völlig verunsicherte Mannschaft. "Es ist ein Wunder, wir waren am Boden. Ich weiß nicht, was er anders gemacht hat, es ist einfach der Kühbauer", sagte Kapitän Sascha Horvath, der vom "schönsten Tag" seiner Karriere sprach.
Dass der Meistertitel in Linz eine derartig große Euphorie auslöste, ist auch der Sehnsucht geschuldet. Seit geraumer Zeit skandieren die titelhungrigen LASK-Fans die Zeilen "65 war'n ma Meister, und des is vü z'lang her!". Nun ging der Traum aller Schwarz-Weißen nach Jahrzehnten voller sportlicher und finanzieller Berg- und Talfahrten endlich in Erfüllung. Weitere 61 Jahre bis zum nächsten Titel sollen diesmal aber nicht vergehen. "Zum Glück war ich heute dabei, denn das würde ich dann wohl nicht mehr miterleben", scherzte Kühbauer.
Königsklasse und Millionen winken
Dank des sportlichen Höhenflugs winken dem LASK nun auch europäische Millionen. Der österreichische Meister steigt im Play-off der Champions League ins internationale Geschäft ein, sollte ihm der Sprung in die "Königsklasse" verwehrt bleiben, folgt die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League. "Entscheidend ist, dass wir nun eine gewisse Planungssicherheit haben. Das Ziel ist natürlich die Königsklasse", blickte Kühbauer voraus. Die Zukunft des umworbenen Trainers ist aber ebenso wie jene einiger Spieler ungewiss.
"Ich freue mich jetzt einmal riesig über den Erfolg. Alles, was kommt, steht sowieso in den Sternen", erklärte Kühbauer. Goalgetter Sasa Kalajdzic fügte hinzu: "Es war definitiv der richtige Schritt für mich, zum LASK zu kommen. Unfassbar, was wir gemeinsam geschafft haben. Wie es bei mir weitergeht, wird man sehen." Das historische Ereignis bleibt dem LASK aber für immer. Sechs Jahrzehnte nach dem ersten Titelcoup hievte sich der Traditionsclub zurück an die Spitze des österreichischen Fußballs und bescherte Linz einen Moment, der wohl noch lange unvergessen bleiben wird.