Salzburg-Krise

Sägt Bullen-Boss Klopp bereits an Beichlers Stuhl?

Es ist eine waschechte Krise bei Red Bull Salzburg, anders kann es nicht mehr betitelt werden. Drei Pleiten am Stück, Tabellenführung weg und nun wackelt auch Trainer Daniel Beichler, nach nur fünf Spielen.

Dabei war sein Auftakt vielversprechend, nach dem 5:1 gegen Titel-Konkurrent LASK seufzte Fußball-Österreich laut auf, Salzburg wird also wieder Meister. Doch offensichtlich haben die Beichler-Bullen ihr ganzes Pulver verschossen. Fünf Tore in einem Spiel, dafür die nächsten fünf Spiele gar keines? Dieses Horrorszenario droht.

Aktuell sind es vier Spiele ohne eigenen Treffer, die letzten drei gingen jeweils 1:0 verloren und waren im Verlauf fast ident. Salzburg hat den Ball, weiß aber wenig damit anzufangen. Die Gegner haben den Ball kaum, fangen aber viel damit an. Dass dennoch genügend Torchancen erspielt wurden und die Stürmer diese nur kläglich verhauten, ist dem 37-Jährigen nur schwer anzukreiden.

Doch ein gutes Bild wirft es auch nicht auf Beichler, die Pfiffe im Stadion tun ihr Übriges. Der Anruf von Head of Global Soccer bei Red Bull, Jürgen Klopp, nach nicht einmal einer zweistelligen Anzahl an Spielen wäre gewagt, aber nicht unmöglich. Ein Blick auf die jüngere Salzburg-Historie zeigt: Steht der Titel am Spiel, wird auch gerne frühzeitig die Reißleine gezogen.

Salzburg & der Drang zur Trainer-Entlassung

So gesehen bei Gerhard Struber im Jahr 2024, der nach nur 34 Spielen am 15. April des Geländes verwiesen wurde. Der Grund? Drei sieglose Partien (1U, 2N) am Stück, denen fünf Siege am Stück vorausgegangen waren. Der Tabellenplatz? An der Spitze, punktgleich mit dem späteren Meister Sturm Graz.

Im Sommer darauf wurde der damalige Co-Trainer von Jürgen Klopp (mittlerweile Co unter Pep Guardiola), Pep Lijnders, verpflichtet. Mitte Dezember nach 28 Spielen war Schluss, die Bullen befanden sich in der Meistergruppe auf dem horrenden Platz fünf.

Sein Nachfolger wurde Thomas Letsch, der nun im Februar diesen Jahres gehen musste. Auf welchem Tabellenplatz? Richtig geraten, an der Spitze. Es braucht also offensichtlich nicht viel, um die Entscheidungsträger in Wals-Siezenheim nervös zu machen.

Sportchef Mann & die berühmten letzten Worte

Neo-Sportchef Marcus Mann will von einer Trainer-Diskussion noch nichts wissen, betonte bei Sky, Beichler sei kein "Wunderheiler". Auch Jannik Schuster verteidigte: "Wie viele Trainer hatten wir in den letzten zwei, drei Jahren? Im Endeffekt liegt es an uns, der Mannschaft, und nicht am Trainer."

Zur Erinnerung: Rapid-Sportdirektor Markus Katzer sprach Peter Stöger in der Nacht "voller Rückendeckung" zu, nur um ihn am nächsten Tag vor die Tür zu setzen. Solche Worte sollten also mit Vorsicht genossen werden. Noch wird Daniel Beichler seine Zukunft selbst in der Hand haben, doch im Spitzenspiel am Freitag gegen Tabellenführer Sturm (19.30 Uhr) braucht es dringend ein Statement.

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