Glasners Frau wacht am Krankenbett

In Kopenhagen

Glasners Frau wacht am Krankenbett

Ried-Abwehrchef Oliver Glasner muss noch bis Freitag in Kopenhagen bleiben.

Ein 15 Zentimeter langes Pflaster verdeckt die Stelle, an der die Ärzte im Rigshospitalet in der Notoperation vergangenen Donnerstag die Schädeldecke des Fußballers geöffnet hatten. Oliver Glasner ist müde, aber er scheint schon wieder guter Dinge. Kein Wunder: Der Besuch von seiner Frau Bettina und Julian (9 1/2), dem Ältesten der drei Kinder (Niklas, 6 und Alina, 1, blieben daheim), und zwei Freunden haben ihn richtig aufgebaut.

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben das Leben der Familie Glasner gewaltig durcheinander gebracht. Wie berichtet, hatte Glasner am 31. Juli beim Zusammenstoß mit Rapids Mario Sonnleitner eine Gehirnerschütterung erlitten. Trotzdem war er drei Tage später mit dem SV Ried zum Europa-League-Spiel nach Kopenhagen geflogen. Beim "Fitnesstest" am Donnerstag, wenige Stunden vor dem Match gegen Bröndby, trainierte er Kopfbälle, worauf ihm der Schädel brummte und sich sein Zustand dramatisch verschlechterte - im Krankenhaus wurde ein Blutgerinnsel im Gehirn festgestellt, das sich so schnell vergrößerte, dass Glasner notoperiert werden musste.

Ehefrau Bettina wurde per Telefon am Laufenden gehalten. Eigentlich wollte sie daheim bei den Kindern bleiben. Doch als sich am Montag herausstellte, dass der 36-Jährige voraussichtlich erst am Freitag nach Ried überstellt werden kann, flog Bettina Glasner mit Julian und zwei Freunden nach Dänemark. Dort registrierte sie gestern, dass das Fieber ihres Mannes, das Montag aufgetreten war, zurück ging. Auch die gestern durchgeführte Computertomographie bestätigte den positiven Heilungsverlauf. ÖSTERREICH erwischte Bettina Glasner am Telefon.

ÖSTERREICH: Frau Glasner, hatten Sie Ihren Mann nach der Gehirnerschütterung beim Rapid-Spiel nicht zurückhalten wollen?
Bettina Glasner: Natürlich habe ich was gesagt, denn er hatte Kopfweh. Aber ich weiß ja, wie sehr er für den Fußball lebt, und er wollte unbedingt mit nach Kopenhagen. Ich dachte mir, er wird das schon einschätzen können.
ÖSTERREICH: Wann haben Sie das erste Mal nach der Operation mit Oliver telefoniert?
Glasner: Ich habe ihm gleich in der Früh (vergangenen Freitag, d. Red.) um halb sieben ein SMS geschickt, darauf hat er sich sofort gemeldet, was mich unheimlich beruhigt hat.
ÖSTERREICH: Ihr Mann ist jetzt 36 - zahlt es sich da noch aus, etwas zu riskieren?
Glasner: Ja, ich habe zu ihm eh gleich gesagt:, Oliver, jetzt wird 's Zeit zum aufhören'.
ÖSTERREICH: Und was hat er dazu gemeint?
Glasner: Da hatte er noch richtig realisiert, was wirklich los war. Aber bei unserem nächsten Telefonat hat er es dann selbst irgendwie angedeutet. Er hat jedenfalls gemeint: ,Jetzt fahren wir einmal auf Urlaub'.