Jetzt spricht Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp

Nach Fan-Protesten

Jetzt spricht Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp

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Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp musste wüste Beleidigungen rivalisierender Fans ertragen.

"Es ist leider eine neue Dimension erreicht", so fasst der 79-Jährige die dramatischen Ereignisse vom Spiel seiner Mannschaft gegen die Bayern zusammen. Warum er immer wieder als Zielscheibe auserkoren wird, ist dem Milliardär ein Rätsel: "Wenn ich nur wüsste, was diese Idioten von mir wollen, dann würde es mir leichter fallen, das alles zu verstehen. Ich kann es mir nicht erklären. Das erinnert an ganz dunkle Zeiten", sprach der Hoffenheim-Mäzen gegenüber "Sport1".

"Mir geht es den Umständen entsprechend. Ich habe soviel zu tun, sitze am Schreibtisch und mache meine Arbeit.“, gibt sich Hopp erschüttert. „Ich habe diese Solidarität (im Bayern-Spiel) gesehen und gespürt und es ist natürlich eine große Hilfe, dass da jetzt durchgegriffen wird."

Hopp sucht Fan-Kontakt nicht

Der Hoffenheim-Investor schloss weiterhin aus, sich mit Fanvertretern an einen Tisch zu setzen. In der Vergangenheit blieb Hopp beispielsweise auch Gerichtsverhandlungen fern, in denen vor allem Fans von Borussia Dortmund für Beleidigungen gegen seine Person in Sinsheim verurteilt wurden. „Ein Gespräch mit diesen Personen will ich nicht, das ist sinnlos, die leben in einer anderen Welt. Mit denen will und kann ich gar nicht reden, ich wüsste gar nicht, was ich denen sagen soll“, sagt Hopp.

Es ist dies nicht das erste Mal, dass sich Hopp derartigen Anfeindungen ausgesetzt sieht. Seit 2008 wird der SAP-Mitbegründer regelmäßig ins Fadenkreuz diverser Fan-Lager genommen. Durch finanzielle Unterstützung hatte der Milliardär den einstigen Dorfclub TSG Hoffenheim von der Regionalliga in die deutsche Bundesliga gehievt. Dieser rasante Aufstieg stieß jedoch bei vielen "traditionsbewussten" Fans auf wenig Gegenliebe. Fans werfen Hopp vor, den Erfolg gekauft zu haben.

 

 

Viele Menschen profitieren von Hopps Investitionen

Doch der Deutsche ist kein Investor im herkömmlichen Sinne. Seitdem er einst selbst für die TSG spielte, ist der Club zur Herzensangelegenheit geworden. Sein Wirken geht längst über das Sportliche hinaus. Von den Investitionen des Mäzens profitiert mittlerweile die ganze Region rund um Sinsheim.

„Herr Hopp hat viel Vermögen verdient, ja, durch harte Arbeit. Aber er gibt das ganze Vermögen für Sport, für soziale Projekte, für Medizin aus, und dafür wird man an den Pranger gestellt in diesem Land?“, klagte der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Fritz Keller, am Samstag im "ZDF". „Wo sind wir hingekommen in diesem Land? Was soll das? Das geht nicht mehr, wir müssen ein Zeichen setzen gegen Hass und gegen Neid in dieser Gesellschaft.“

>>>Nachlesen: Eklat! Bayern-Fans beschimpfen Hoffenheim-Investor Hopp

 

Spielunterbrechung und Solidarität der Bayern

Bei der jüngsten Fanprotest-Aktion ging es laut Medienberichten um die wiedereingeführte DFB-Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortrmund. Aufgrund von Beleidigungen gegen die Hoffenheimer war man mit einem Auswärtsbann belegt worden. Der DFB wurde "angeklagt" - Hopp wurde wieder zur Zielscheibe.

Durch die Schmähplakate und Pfiffe kippte die Stimmung im Stadion. Daraufhin schickte der Schiedsrichter beide Mannschaften in die Kabine. Mehrer Bayern-Profis und sogar Ex-Torwart Oliver Kahn versuchten die Lage zu entschärfen in dem sie auf die Fans einredeten. Ohne Erfolg - 10 Minuten später kam das nächste Plakat zum Vorschein.

© GEPA
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In der Sache vereint: Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Dietmar Hopp (r.)

Nach fast 20-minütiger Pause kehrten die Teams auf den Rasen zurück. Fußball gespielt wurde aber anfangs nicht. Die Spieler beider Mannschaften zeigten was sie von der Fan-Aktion hielten und schoben sich demonstrativ den Ball hin und her. Der Bayern Vorstand, rund um Karl-Heinz Rummenigge, stellte sich neben Hopp auf den Platz und applaudierte gemeinsam mit unzähligen Fans bis sich die Situation beruhigte. Der 6:0 Sieg der Bayern war danach zur Nebensache geworden.

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